Vitamine: Kleine Stoffe, große Wirkung für Küche und Körper

Vitamine sind winzig klein, aber sie haben es faustdick hinter den Ohren. Ohne sie läuft im menschlichen Körper ungefähr so viel wie in einer Küche ohne Strom. Sie liefern zwar keine Energie, sorgen aber dafür, dass Energie überhaupt genutzt werden kann. In der Küche begegnen uns Vitamine täglich, im Gemüse, im Obst, im Fleisch und sogar im Fett. Trotzdem gehen sie bei falscher Lagerung oder Zubereitung schneller verloren als ein Kugelschreiber im Service. Für Köche sind Vitamine ein sensibles Gut, das geschützt werden will. Wer Vitamine versteht, kocht nicht nur gesünder, sondern auch fachlich sauber.

Was sind Vitamine?

Vitamine sind organische Wirkstoffe, die der menschliche Körper nicht oder nur unzureichend selbst bilden kann. Sie müssen daher regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden. Trotz ihrer geringen Menge haben sie lebenswichtige Aufgaben. Ohne Vitamine funktionieren Stoffwechsel, Wachstum und Immunsystem nicht zuverlässig.

Vitamine wirken nicht als Baustoffe oder Energielieferanten, sondern als Reglerstoffe. Sie steuern zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Außerdem schützen sie den Körper vor schädlichen Einflüssen. Viele Vitamine sind an der Energiegewinnung beteiligt, obwohl sie selbst keine Energie liefern.

Aufgaben von Vitaminen im Körper

Vitamine sind an unzähligen Prozessen beteiligt. Sie helfen beim Aufbau körpereigener Substanzen wie Enzymen und Hormonen. Sie unterstützen die Knochenbildung, die Wundheilung und das Wachstum. Auch das Immunsystem ist auf eine ausreichende Vitaminversorgung angewiesen.

Provitamine – die Vitaminvorstufen

Provitamine sind Vorstufen von Vitaminen. Der Körper kann sie in aktive Vitamine umwandeln. Das bekannteste Beispiel ist Carotin, aus dem Vitamin A entsteht. Provitamine spielen vor allem bei pflanzlicher Ernährung eine wichtige Rolle.

Vitaminbedarf des Menschen

Vitamine wirken bereits in sehr kleinen Mengen. Der tägliche Bedarf liegt meist unter 10 mg. Eine Ausnahme bildet Vitamin C mit etwa 100 mg pro Tag. Der tatsächliche Bedarf ist jedoch umstritten und individuell verschieden.

Der Vitaminbedarf hängt von mehreren Faktoren ab. Körperliche Arbeit, Stress und Krankheit erhöhen den Bedarf. Auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Bei einer frisch zubereiteten, vollwertigen Mischkost wird der Bedarf in der Regel gedeckt.

Der Vitaminmangel

Vitaminmangel entsteht nicht nur durch falsche Ernährung. Krankheiten können die Aufnahme beeinträchtigen. Starkes Schwitzen erhöht den Verlust wasserlöslicher Vitamine. Nikotin- und Alkoholmissbrauch sowie bestimmte Medikamente verstärken den Mangel.

Ein langfristiger Vitaminmangel führt zu typischen Mangelerkrankungen. Diese äußern sich je nach Vitamin unterschiedlich. Haut, Nerven, Blutbildung und Immunsystem sind besonders betroffen. Viele Mangelerscheinungen entwickeln sich schleichend.

Fettlösliche und wasserlösliche Vitamine

Vitamine werden in zwei große Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung ist zum Teil prüfungsrelevant und wichtig für die Küche. Fettlösliche Vitamine verhalten sich anders als wasserlösliche. Fettlösliche Vitamine sind Vitamin A, D, E und K. Sie können im Körper gespeichert werden. Ihre Aufnahme ist an Fett gebunden. Eine Überdosierung ist theoretisch möglich. Wasserlösliche Vitamine sind die B-Vitamine und Vitamin C. Sie werden kaum gespeichert. Überschüsse werden über den Urin ausgeschieden. Eine regelmäßige Zufuhr ist daher wichtig.

Die folgende Tabelle bietet eine strukturierte Übersicht. Sie zeigt Bezeichnung, Funktionen und Typische Lebensmittel.

Fettlösliche Vitamine

VitaminBezeichnungWichtige FunktionenTypische Lebensmittel
Vitamin ARetinol / β-CarotinSehvorgang, Haut, SchleimhäuteLeber, Karotten, Spinat
Vitamin DCalciferolKnochenstoffwechsel, CalciumaufnahmeFisch, Eigelb, Sonnenlicht
Vitamin ETocopherolZellschutz, AntioxidansPflanzenöle, Nüsse
Vitamin KPhyllochinonBlutgerinnungGrünes Gemüse, Kohl

Wasserlösliche Vitamine

VitaminBezeichnungWichtige FunktionenTypische Lebensmittel
Vitamin B1ThiaminNervenfunktion, EnergiestoffwechselVollkorn, Schweinefleisch
Vitamin B2RiboflavinZellatmung, HautMilch, Eier
Vitamin B3NiacinEnergiestoffwechselFleisch, Fisch, Getreide
Vitamin B5PantothensäureFett- und HormonstoffwechselFleisch, Vollkorn
Vitamin B6PyridoxinEiweißstoffwechselFleisch, Bananen
Vitamin B7BiotinHaut, Haare, NägelEier, Nüsse
Vitamin B9FolsäureZellteilung, BlutbildungBlattgemüse, Hülsenfrüchte
Vitamin B12CobalaminBlutbildung, NervensystemFleisch, Fisch, Milch
Vitamin CAscorbinsäureImmunsystem, EisenaufnahmeObst, Paprika

Vitaminerhaltung bei der Speisenzubereitung

Vitamine sind empfindlich. Sie reagieren auf Hitze, Sauerstoff, Licht und Wasser. Auch Kälte kann bestimmte Vitamine schädigen. Besonders Vitamin E reagiert empfindlich. In der Küche beeinflusst diese Einteilung die Zubereitung. Wasserlösliche Vitamine gehen leicht ins Kochwasser über. Fettlösliche Vitamine benötigen Fett zur Aufnahme. Das richtige Garen schützt Vitamine und verbessert ihre Verfügbarkeit. Deshalb sollten Lebensmittel nur kurz gewaschen werden. Eine Lagerung in Wasser ist zu vermeiden.

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