Zusatzstoffe & Schadstoffe: Was wirklich im Essen steckt
Lebensmittel sehen heute oft besser aus, halten länger und schmecken immer gleich – egal ob Montagmorgen oder Samstagabend. Das ist kein Zufall, sondern meist das Ergebnis von Zusatzstoffen. Gleichzeitig schwebt über vielen Produkten ein diffuses Gefühl von „Da ist doch bestimmt irgendwas drin“. In der Gastronomie und Hotellerie begegnen uns Zusatzstoffe täglich, oft ohne dass wir bewusst darüber nachdenken. Für Auszubildende sind sie ein klassisches Prüfungsthema und für Gäste ein sensibles Gesprächsthema. Noch komplizierter wird es, wenn zusätzlich Schadstoffe ins Spiel kommen, die eigentlich gar nichts im Essen zu suchen haben. Wer den Unterschied zwischen Zusatzstoffen und Schadstoffen kennt, kann souverän erklären, beruhigen oder auch kritisch hinterfragen.
Was sind Zusatzstoffe?
Zusatzstoffe sind Stoffe, die nicht natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommen. Sie werden gezielt zugesetzt, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen oder zu verbessern. Sie liefern keinen Nährwert, sind also weder Eiweiß, Fett noch Kohlenhydrate. Ihre Aufgabe ist rein technologischer oder optischer Natur.
Merke: Zusatzstoffe müssen auf der Speisekarte kenntlich gemacht werden. Das betrifft vor allem Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Diese Kennzeichnungspflicht ist ein häufiger Prüfungs- und Kontrollpunkt.
Begriffsbestimmung von Zusatzstoffen
Zusatzstoffe sind:
- keine natürlichen Bestandteile
- keine Nährstoffe
- meist wirksam gegen mikrobiellen Verderb
Sie werden Lebensmitteln zugesetzt, um deren Beschaffenheit, Haltbarkeit, Aussehen oder Geschmack gezielt zu beeinflussen.
Warum werden Zusatzstoffe eingesetzt?
Lebensmittel sollen sicher, haltbar und gleichbleibend sein. Zusatzstoffe helfen dabei, diese Anforderungen zu erfüllen. Ohne Zusatzstoffe würden viele Produkte schneller verderben oder unansehnlich wirken, was im gastronomischen Alltag problematisch wäre.
Zusatzstoffe werden eingesetzt zur:
- Konservierung gegen mikrobiellen Verderb
- Verbesserung des Nährwertes (z. B. Vitaminzusatz)
- Veränderung der Konsistenz (Emulgatoren, Geliermittel)
- Optischen und geschmacklichen Anpassung (Farbstoffe, Süßstoffe)
Wann dürfen Zusatzstoffe verwendet werden?
Der Einsatz von Zusatzstoffen ist streng geregelt. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Diese Regeln dienen dem Schutz der Verbraucher und gelten auch für die Gastronomie.
Zusatzstoffe dürfen nur zugesetzt werden:
- bei gesundheitlicher Unbedenklichkeit
- bei technologischer Notwendigkeit
- wenn gesetzliche Höchstmengen eingehalten werden
Außerdem sind sie nur für bestimmte Produkte zugelassen und müssen genehmigt sein.
Medizinische Probleme
- Tuberkulose der Atemorgane
- Ausscheidung von Staphylokokken
- Salmonellen und Shigellen
- ansteckende Hautkrankheiten
- Allergien
Einige Zusatzstoffe stehen zudem im Verdacht, krebserregend zu sein.
Gruppen von Zusatzstoffen
Zusatzstoffe werden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung hilft, ihre Funktion besser zu verstehen.
Chemische Konservierungsstoffe
Chemische Konservierungsstoffe verhindern das Wachstum von Mikroorganismen. Sie verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln erheblich. Typische Vertreter sind Säuren und deren Salze.
Beispiel: Chemische Konservierungsstoffe
| Stoff | Einsatzgebiet |
|---|---|
| Sorbinsäure | Käse, Backwaren |
| Benzoesäure | Getränke, Konserven |
| PHB-Ester | Süßwaren |
| Ameisensäure | Fischprodukte |
| Schweflige Säure | Wein, Trockenfrüchte |
| Propionsäure | früher Brot (heute verboten) |
Süßungsmittel
Süßungsmittel ersetzen oder ergänzen Zucker. Sie liefern wenig oder keine Energie, süßen aber stark. In Diät- und Lightprodukten sind sie besonders verbreitet.
Farbstoffe
Farbstoffe sorgen für ein ansprechendes Aussehen. Ohne sie sähen viele Produkte blass oder unappetitlich aus. Einige Farbstoffe können Allergien auslösen und müssen daher besonders gekennzeichnet werden.
Geschmacksverstärker
Geschmacksverstärker intensivieren den Eigengeschmack von Lebensmitteln. Der bekannteste Vertreter ist Glutamat. Sie machen Speisen nicht besser, aber oft „runder“ im Geschmack.
Emulgatoren und Stabilisatoren
Emulgatoren verbinden Stoffe, die sich normalerweise nicht mischen würden, wie Fett und Wasser. Stabilisatoren sorgen für gleichbleibende Konsistenz. Sie sind unverzichtbar bei vielen Fertigprodukten.
Überblick: Gruppen von Zusatzstoffen
| Gruppe | Zweck |
|---|---|
| Konservierungsstoffe | Haltbarkeit |
| Süßungsmittel | Süßgeschmack |
| Farbstoffe | Optik |
| Geschmacksverstärker | Geschmack |
| Emulgatoren | Bindung |
| Stabilisatoren | Konsistenz |
Was sind Schadstoffe?
Schadstoffe sind lebensmittelfremde Stoffe, die ungewollt in Lebensmittel gelangen. Im Gegensatz zu Zusatzstoffen sind sie nicht beabsichtigt. Sie stammen meist aus der Umwelt oder aus Produktionsprozessen.
Rückstände in Lebensmitteln
Rückstände entstehen durch gewollte Behandlungen von Vorprodukten. Dazu zählen:
- Pflanzenschutzmittel
- Schädlingsbekämpfungsmittel
- Düngemittel
Auch Tierarzneimittelrückstände zählen dazu.
Schadstoffe aus der Umwelt
Schadstoffe gelangen oft über Luft, Wasser oder Boden in Lebensmittel. Sie verbleiben dort und können sich anreichern. Je nach Menge und Häufigkeit der Aufnahme können sie gesundheitsschädlich sein.
Beispiel: Schadstoffe
| Schadstoff | Herkunft |
|---|---|
| Cadmium | Industrie, Dünger |
| Blei | Umwelt, alte Leitungen |
| Quecksilber | Fisch, Gewässer |
| PCB | Industriechemikalien |
| PCP | Holzschutzmittel |
| PAK | Rauch, Grillen |
Abhängigkeit von Menge und Häufigkeit
Ob ein Schadstoff giftig wirkt, hängt von:
- der aufgenommenen Menge
- der Häufigkeit der Aufnahme
ab. Die Dosis entscheidet über die Wirkung.
Natürlich vorkommende Giftstoffe
Nicht alle Schadstoffe stammen aus Industrie oder Umwelt. Einige sind natürlich in Lebensmitteln enthalten. Durch richtige Zubereitung lassen sich viele davon unschädlich machen.
Beispiel: Natürlicher Giftstoffe
| Stoff | Lebensmittel | Wirkung |
|---|---|---|
| Phasin | grüne Bohnen | giftig roh, harmlos gekocht |
| Solanin | unreife Kartoffeln | Vergiftungserscheinungen |
| Blausäure | Bittermandeln | hochgiftig |
Bedeutung für Küche und Service
In der Gastronomie ist Wissen über Zusatz- und Schadstoffe wichtig für:
- Lebensmittelsicherheit
- Gästekommunikation
- Kennzeichnungspflichten
- Prüfungsvorbereitung

