Garnituren in der Küche – das Auge isst immer mit

Du hast es bestimmt schon gehört: „Das Auge isst mit.“ Und genau hier kommen Garnituren ins Spiel. Sie sind das i-Tüpfelchen auf dem Teller, der letzte Schliff, der aus einem „ganz okay“ ein echtes „Wow“ macht. Gerade in der Gastronomie und Hotellerie spielen Garnituren eine viel größere Rolle, als man auf den ersten Blick denkt und für dich als Azubis sind sie ein echtes Basics-Thema in der Speisenkunde.

Eine Garnitur ist mehr als nur ein bisschen Deko. Sie ergänzt das Gericht optisch und geschmacklich. Kräuter, Gemüsestreifen, Zitronenscheiben, Saucenspiegel oder kleine Beilagen sorgen dafür, dass das Gericht stimmig wirkt. Wichtig dabei: Garnituren sollen zum Essen passen. Petersilie auf jedem Teller war früher Standard, heute zählt eher Qualität statt Gewohnheit. Eine gute Garnitur unterstützt den Geschmack und lenkt nicht davon ab.

In der Küche gilt: Weniger ist oft mehr. Zu viele Farben, Formen oder Elemente lassen den Teller schnell überladen wirken. Ziel ist ein harmonisches Gesamtbild. Gerade in deiner Ausbildung lernst du hier, sauber zu arbeiten, ordentlich anzurichten und ein Gefühl für Proportionen zu entwickeln. Denn ein perfekt gegartes Gericht verliert an Wirkung, wenn es lieblos angerichtet ist.

Garnituren erfüllen aber nicht nur einen optischen Zweck. Sie geben Gästen Hinweise darauf, was sie geschmacklich erwartet. Ein Zitronenschnitz zeigt Frische an, Kräuter stehen für Aroma, geröstete Elemente für Röstaromen. Für den Service sind Garnituren ebenfalls wichtig, denn sie helfen dabei, Gerichte besser zu erklären und ansprechend zu präsentieren.

In der Gastronomie ist Anrichten Teamarbeit: Küche, Service und manchmal sogar das Marketing arbeiten zusammen, um ein Gericht attraktiv zu machen. Deshalb ist es wichtig, dass du als Azubi verstehst, warum Garnituren eingesetzt werden und nicht einfach nur „weil man das so macht“.


Einige Beispiele

GarniturbezeichnungZugehörige RohstoffeZutatenmerkmale & Zubereitung
Bäckerin ArtLamm, Hammel, SchweinRohe Kartoffelscheiben mit Zwiebelringen, in Jus geschmort
Baden-BadenWildPfifferlinge, Mandelbällchen, mit Preiselbeeren gefüllte Kompottbirne
Berliner ArtKalbsleberApfelringe gebraten, Röstzwiebeln, Jus, Kartoffelpüree
BordelaiseRindSchlosskartoffeln, Champignons, Rindermark, Sauce Bordelaise
ChipolataGeflügelChipolata-Würstchen, glasierte Maronen, Perlzwiebeln, Speck, Pariser Kartoffeln
ColbertFisch (Seezunge)Bestimmte Art geschnitten, paniert, mit Colbertbutter serviert
Cordon bleuKalbsschnitzelGefüllt mit gekochtem Schinken, Emmentaler, paniert
Deutsche ArtGemüse (Steckrüben, Porree, Spinat, Kohlrabi)Mit Sauce Béchamel gebunden
DoriaFisch gebratenOlivenförmig tournierte Gurke, Zitrone, frische Kräuter
DubarryKalbfleischBlumenkohl, Mornaysauce, mit geriebenem Käse überbacken
Englische ArtGemüseNach dem Garen in Butter schwenken
Flämischer ArtRind gekochtGrob geschnittenes Gemüse, Wurzeln, Porree, Sellerie, kleine Weißkohlkugeln, Brühkartoffeln
Florentiner ArtFisch, Geflügel, Eier, FleischBlattspinat, Mornaysauce
Försterin ArtWildMorcheln, Speck, Nusskartoffeln
Französische ArtGemüseMit Fond und Beurre manié leicht gebunden
Gärtnerin ArtFleischBukettweise mit frischen Gartengemüsen umlegt
Hausfrauen ArtGemüseErbsen, Karotten, Brechbohnen, Speckwürfel, gewürfelte Kartoffeln
Holsteiner ArtKalbSpiegelei, kleine Fisch-Canapés, Gemüsegarnitur
JägerartWildWaldpilze, Tomatenfleischwürfel, Jägersauce
Kardinals ArtFisch, MeeresfrüchteMit Krabben und Krebssauce überzogen
Maître d’hôtelRindKräuterbutter
Mailänder ArtKalbStreifen von Pökelzunge, Schinken, Champignons, Trüffel, Parmesan, Tomatensauce
MirabeauRind gebratenSardellenstreifen, Olivenscheibchen
Müllerin ArtFisch gebratenButter, Petersilie, Zitronenscheibe
OrlyGemüse, FischIn Bierteig gebacken, mit Tomatensauce
RossiniRind/TournedosGänseleber, Trüffel, Madeirasauce, Croûtons
SaltimboccaKalbsschnitzelBelegt mit Schinken und Salbei
SavarinFleischKleine Krustade, gefüllt mit Salpicon aus Trüffel, Krebse, mit Demiglace gebunden, Spargelspitzen
SoubiseLammZwiebelmus
Tiroler ArtRindGebackene Zwiebelringe, Tomatenfleischwürfel
Toulouser ArtGeflügelRagout im Pastetenhaus
WellingtonRind, KalbBlätterteighülle, Duxelles, Trüffelsauce
Wiener ArtKalbsschnitzelZitronenscheibe, Kaper, Sardelle

Tipps zu Garnituren

  • Saisonale Zutaten nutzen: Garnituren wie Morcheln, Spargel oder Beerenfrüchte sind nur saisonal verfügbar.
  • Farbkontraste: Rot, Grün und Gelb auf einem Teller erhöhen die optische Attraktivität.
  • Geschmackskontraste: Süße Früchte zu Wild, herbe Gemüse zu Fleisch oder kräftige Saucen zu zarten Proteinen.
  • Konsistenzvariation: Kombination aus weichen und knusprigen Elementen (z. B. Gemüsecreme + Nusskartoffeln).

Garnituren bei Fischgerichten

Viele klassische Garnituren sind fischspezifisch, um die zarte Struktur zu unterstützen und den Eigengeschmack zu betonen:

GarniturFischtypZubereitung
Müllerin ArtWeißfischButter, Petersilie, Zitronenscheibe
OrlyMeeresfischIn Bierteig, serviert mit Tomatensauce
DoriaGebratener FischTournierte Gurke, Zitrone, Kräuter
ColbertSeezungePaniert, mit Colbertbutter

Hinweis: Fischgarnituren sind oft leicht, aromatisch und unterstützen die empfindliche Textur.