Zusatzstoffe & Schadstoffe – was wirklich in unseren Lebensmitteln steckt

Wenn man das Wort Zusatzstoffe hört, denkt man oft an lange Listen auf der Verpackung oder chemische Namen, die kein Mensch aussprechen kann. Schadstoffe klingen noch schlimmer, irgendwie nach Gift und Verboten. In der Gastronomie sind beide Themen super wichtig, weil sie direkt mit Lebensmittelsicherheit, Geschmack und Qualität zu tun haben. Für dich als Azubi lohnt es sich also, ein Auge darauf zu haben: Es geht nicht nur ums Kochen, sondern auch ums Wissen, was auf den Teller kommt.

Fangen wir mit den Zusatzstoffen an. Das sind Stoffe, die Lebensmitteln absichtlich zugegeben werden, um Haltbarkeit, Farbe, Geschmack oder Konsistenz zu verbessern. Salz oder Zucker sind klassische Beispiele und völlig harmlos und seit Jahrhunderten genutzt. Aber es gibt auch künstliche Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker. Du solltest schon einmal gehört haben, welche Zusatzstoffe erlaubt sind, wofür sie eingesetzt werden und wie sie sich auf den Geschmack und die Qualität der Speisen auswirken.

Dann gibt es die Schadstoffe das sind Stoffe, die ungewollt in Lebensmittel gelangen und gesundheitlich problematisch sein können. Dazu gehören Umweltgifte wie Schwermetalle, Pestizidrückstände oder Schimmeltoxine. Auch unsachgemäße Lagerung oder Zubereitung kann Schadstoffe entstehen lassen, zum Beispiel bei zu starkem Anbraten oder Verbrennen von Lebensmitteln. Für dich bedeutet das: Hygiene, richtige Lagerung, frische Zutaten und schonende Zubereitung sind nicht nur Pflicht, sondern schützen die Gäste und machen die Küche sicher.

Ein cleverer Umgang mit Zusatzstoffen und Schadstoffen zeigt auch Professionalität: Du kannst Gästen erklären, warum bestimmte Zutaten eingesetzt werden, welche Vorteile sie haben oder wie man Gerichte bewusst gesund zubereitet. Außerdem lernst du, Lebensmittel richtig einzuschätzen, zu lagern und zu verarbeiten, ein Muss in jedem Betrieb.


Zusatzstoffe – Definition, Zweck und rechtliche Grundlagen

Zusatzstoffe sind Stoffe, die nicht natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommen, keinen Nährwert besitzen und gezielt zugesetzt werden, um bestimmte Eigenschaften zu erzielen:

  • Haltbarkeit verlängern: Konservierung gegen mikrobiellen Verderb
  • Nährwert verbessern: Vitaminanreicherung
  • Konsistenz beeinflussen: Emulgatoren, Geliermittel
  • Aussehen und Geschmack optimieren: Farbstoffe, Süßstoffe, Aromastoffe

Rechtliche Bedingungen:

  • Unbedenklichkeit: Stoff muss gesundheitlich unbedenklich sein
  • Technologische Notwendigkeit: Nur bei Bedarf
  • Höchstmenge: Gesetzlich vorgeschriebene Maximalwerte dürfen nicht überschritten werden
  • Kennzeichnungspflicht: Auf Speisekarten oder Verpackungen muss der Zusatzstoff kenntlich gemacht werden
  • Genehmigung: Nur bestimmte Zusatzstoffe dürfen in bestimmten Lebensmitteln verwendet werden

Mögliche gesundheitliche Probleme:

  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Krebserregende Wirkungen bei bestimmten Stoffen
  • Exzessiver Konsum kann Stoffwechsel und Darmflora beeinflussen

Gruppen von Zusatzstoffen

Die wichtigsten Gruppen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

GruppeBeispieleFunktion / EinsatzgebietHinweise für Gastronomie
KonservierungsstoffeSorbinsäure, Benzoesäure, PHB-Ester, Ameisensäure, Propionsäure, Schweflige SäurenHemmung mikrobiellen Wachstums, Haltbarkeit verlängernKonzentrationen beachten, nicht in allen Produkten erlaubt
SüßungsmittelAspartam, Sucralose, Saccharin, SteviaZuckerersatz, kalorienarme SüßungAllergien, Verträglichkeit prüfen, korrekte Dosierung
FarbstoffeE100–E199 (z. B. Curcumin, Riboflavin), künstliche Farbstoffe wie TartrazinOptische Attraktivität, FarbangleichungEinige Farbstoffe können allergische Reaktionen auslösen
GeschmacksverstärkerMononatriumglutamat (MSG), HefeextrakteVerstärkung des Umami-GeschmacksAllergische Reaktionen bei empfindlichen Personen möglich
Emulgatoren & StabilisatorenLecithin, Mono- und Diglyceride, PektinVerbessern Textur, Konsistenz und HaltbarkeitWichtig bei Saucen, Cremes, Backwaren
Säuerungsmittel & PuffersubstanzenCitronensäure, NatriumcitratRegulieren pH-Wert, GeschmackHäufig bei Getränken, Marmeladen, Konserven

Tipp: In der Küche gilt: je weniger, desto besser, Zusatzstoffe nur nach Bedarf verwenden.


Schadstoffe – Definition und Quellen

Schadstoffe sind Stoffe, die lebensmittelfremd oder unerwünscht in Lebensmittel gelangen und die Gesundheit gefährden können. Sie entstehen durch Umweltbelastung, industrielle Prozesse oder natürliche Inhaltsstoffe, die toxisch wirken.

Arten von Schadstoffen

  1. Rückstände:
    • Pflanzenschutzmittel
    • Schädlingsbekämpfungsmittel
    • Düngemittel
    • Tierarzneimittel
  2. Umweltbedingte Schadstoffe:
    • Schwermetalle (Cadmium, Blei, Quecksilber)
    • Polychlorierte Biphenyle (PCB)
    • Polychlorphenole (PCP)
    • Polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
  3. Natürliche Giftstoffe:
    • Phasin in grünen Bohnen → durch Kochen zerstört
    • Solanin in unreifen Tomaten und Kartoffeln
    • Blausäure in Bittermandeln, Aprikosen-, Pfirsich- und Pflaumenkernen

Risikofaktoren:

  • Dosis und Häufigkeit der Aufnahme
  • Zubereitungsart (Kochen, Einlegen, Braten)
  • Kombination mit anderen Lebensmitteln

Schadstoffmanagement in der Küche

Praktische Tipps:

SchadstoffQuelle
SchwermetalleFisch, Gemüse aus belasteten Böden
PestizidrückständeObst, Gemüse
SolaninKartoffeln, grüne Tomaten
BlausäureBittermandeln, Steinfrüchte
PCB & PAKFisch, geräucherte Lebensmittel

Zusatzstoffe vs. Schadstoffe – Unterschiede auf einen Blick

KriteriumZusatzstoffeSchadstoffe
HerkunftKünstlich oder technisch erzeugtUmweltbedingt, unbeabsichtigt oder natürlich toxisch
ZweckVerbesserung von Haltbarkeit, Geschmack, KonsistenzKeine Funktion, nur Gesundheitsrisiko
GesetzgebungZulassung, Höchstmengen, KennzeichnungspflichtGrenzwerte zur Lebensmittelsicherheit
GesundheitsrisikoBei Überdosierung oder AllergienBei Überschreitung tolerierbarer Aufnahme, akute oder chronische Vergiftung

Praxisrelevanz für Gastronomie & Hotellerie

  • Kenntnis der Zusatzstoffe: Gäste, Allergiker und Vegetarier/Veganer informieren
  • Schadstoffreduktion: Saisonal und regional einkaufen, Bio- und Qualitätsprodukte bevorzugen
  • Zubereitungstechniken: Schadstoffe durch Hitze, Waschen, Schälen reduzieren, z. B. Solanin in Kartoffeln
  • Kontrolle & Dokumentation: HACCP, Lieferantennachweise, gesetzliche Rückstandskontrollen

Beispiel aus der Praxis:

  • Tomatensuppe:
    • Reife Tomaten wählen → Solanin vermeiden
    • Bio-Kräuter → Pestizidrückstände minimieren
    • Farbstoffe nur bei Convenience-Produkten verwenden, natürliche Färbung bevorzugen
  • Gebäck:
    • Emulgatoren nur bei technischer Notwendigkeit
    • Kennzeichnung für Allergene beachten (Soja-Lecithin)