Blanc de Noir: Weißwein aus roten Trauben erklärt

Blanc de Noir bedeutet aus dem Französischen übersetzt „Weißer aus Schwarzen“ und bezeichnet einen hellen Wein, der aus roten beziehungsweise blauen Weintrauben hergestellt wird. Obwohl die Trauben eine dunkle Schale besitzen, kann daraus ein weißer oder sehr heller Wein entstehen. Entscheidend ist dabei die Verarbeitung der Trauben und insbesondere der Kontakt zwischen Most und Beerenschalen.

Wie wird Blanc de Noir hergestellt?

Das Fruchtfleisch der meisten roten Rebsorten ist hell. Die Farbstoffe befinden sich überwiegend in den Beerenschalen. Werden die Trauben schonend gepresst und die Schalen rasch vom Most getrennt, gelangen nur wenige Farbstoffe in den Saft. Anschließend wird der Most ähnlich wie bei der Herstellung von Weißwein vergoren.

Die wichtigsten Schritte sind:

  1. Lese und Verarbeitung: Rote beziehungsweise blaue Trauben werden geerntet und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.
  2. Schonendes Pressen: Die Trauben werden möglichst so gepresst, dass wenig Farbstoff aus den Schalen in den Most übergeht.
  3. Trennung von Most und Schalen: Der Most wird zeitnah von den Beerenschalen getrennt, um eine intensive Rotfärbung zu vermeiden.
  4. Gärung: Der helle Most wird in der Regel wie ein Weißwein vergoren.
  5. Ausbau und Abfüllung: Je nach gewünschtem Weinstil wird der Wein weiter ausgebaut und anschließend abgefüllt.

Je nach Rebsorte und Herstellungsverfahren kann Blanc de Noir farblich von sehr hellem Gelb bis zu zarten Rosé- oder Kupfertönen reichen.

Welche Rebsorten eignen sich für Blanc de Noir?

Grundsätzlich eignen sich verschiedene rote Rebsorten für die Herstellung eines Blanc de Noir. Dazu gehören beispielsweise:

  • Spätburgunder (Pinot Noir): Eine wichtige Rebsorte für helle Weine aus roten Trauben.
  • Schwarzriesling (Pinot Meunier): Wird unter anderem für die Herstellung von Schaumwein verwendet.
  • Portugieser: Kann bei schonender Verarbeitung ebenfalls helle Weine ergeben.

Welche Rebsorten verwendet werden dürfen und welche Anforderungen an die Bezeichnung gelten, hängt unter anderem vom jeweiligen Weinrecht und der Herkunft ab.

Wie schmeckt Blanc de Noir?

Der Geschmack eines Blanc de Noir hängt von der Rebsorte, dem Anbaugebiet, dem Reifegrad der Trauben und dem Ausbau ab. Häufig zeichnen sich diese Weine durch eine frische Säure und fruchtige Aromen aus. Je nach Rebsorte können Noten von Apfel, Birne, Zitrusfrüchten, Erdbeeren oder anderen roten Früchten auftreten.

Blanc de Noir ist nicht automatisch süß oder trocken. Der Restzuckergehalt hängt vom jeweiligen Ausbau ab.

Was ist der Unterschied zwischen Blanc de Noir und Rosé?

Der wichtigste Unterschied liegt in der Verarbeitung und im angestrebten Weinstil:

  • Blanc de Noir: Wird aus roten Trauben hergestellt, wobei der Most möglichst wenig Farbstoff aus den Schalen aufnimmt. Der Wein ist deshalb meist hell.
  • Roséwein: Erhält durch einen begrenzten Kontakt mit den Beerenschalen seine typische rosafarbene bis lachsrote Tönung.

Die Grenzen können in der Praxis fließend sein, da auch Blanc de Noir je nach Herstellungsverfahren eine leicht roséfarbene Nuance aufweisen kann.

Wozu passt Blanc de Noir?

Blanc de Noir eignet sich als Aperitif und als Begleiter zu verschiedenen Speisen. Durch seine häufig frische, fruchtige Art passt er beispielsweise zu:

  • Fisch und Meeresfrüchten,
  • Geflügel und hellem Fleisch,
  • Salaten und leichten Vorspeisen,
  • milden Käsesorten,
  • sommerlichen Gerichten und leichten Menüs.

Die passende Kombination richtet sich nach Säure, Körper und Süße des jeweiligen Weins.

Bedeutung in Hotellerie und Gastronomie

In der Gastronomie ist Blanc de Noir eine interessante Alternative zu klassischen Weißweinen. Mitarbeitende im Service sollten erklären können, dass der Wein aus roten Trauben hergestellt wird, aber durch die schonende Verarbeitung eine helle Farbe erhält. Bei der Weinempfehlung helfen Angaben zu Rebsorte, Herkunft, Geschmacksrichtung und Speisenbegleitung.

Merke: Blanc de Noir ist ein heller Wein aus roten beziehungsweise blauen Trauben. Durch schonendes Pressen und die rasche Trennung des Mostes von den Beerenschalen wird verhindert, dass viele Farbstoffe in den Wein gelangen.