Average Rate im Hotel: Definition, Berechnung und ARR

Die Average Rate ist eine Kennzahl aus dem Revenue Management der Hotellerie und bezeichnet den durchschnittlich

Die Average Rate ist eine Kennzahl aus dem Revenue Management der Hotellerie und bezeichnet den durchschnittlich erzielten Zimmerpreis innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie zeigt, wie viel ein Hotel im Durchschnitt pro verkauftem Zimmer eingenommen hat. Die Kennzahl wird häufig auch als Average Room Rate (ARR) oder Average Daily Rate (ADR) bezeichnet, wobei die genaue Verwendung der Abkürzungen je nach Betrieb und Auswertungssystem variieren kann.

Die Average Rate hilft Hotels dabei, ihre Preisstrategie zu bewerten, unterschiedliche Zeiträume miteinander zu vergleichen und die Entwicklung ihrer Zimmererlöse zu analysieren.

Wie wird die Average Rate berechnet?

Zur Berechnung werden die Erlöse aus den verkauften Zimmern durch die Anzahl der verkauften Zimmer geteilt.

Formel:

Average Rate = Zimmererlöse ÷ Anzahl verkaufter Zimmer

Dabei müssen sich die Zimmererlöse und die Zahl der verkauften Zimmer auf denselben Zeitraum und dieselbe Berechnungsgrundlage beziehen. Ob beispielsweise Umsatzsteuer, Frühstück oder andere Zusatzleistungen berücksichtigt werden, hängt von der Definition der Kennzahl im jeweiligen Hotel ab.

Beispiel zur Berechnung

Ein Hotel verkauft an einem Tag 80 Zimmer. Die damit erzielten Zimmererlöse betragen insgesamt 10.000 Euro.

Die Berechnung lautet:

10.000 Euro ÷ 80 verkaufte Zimmer = 125 Euro

Die Average Rate beträgt somit 125 Euro pro verkauftem Zimmer.

Verkauft das Hotel am nächsten Tag mehr Zimmer, erzielt aber einen niedrigeren durchschnittlichen Zimmerpreis, kann die Average Rate sinken. Umgekehrt kann sie steigen, wenn mehr höherpreisige Zimmer verkauft werden.

Warum ist die Average Rate wichtig?

Die Average Rate ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Preisentwicklung eines Hotels. Sie kann unter anderem für folgende Zwecke eingesetzt werden:

  • Preiskontrolle: Das Hotel erkennt, welcher durchschnittliche Zimmerpreis tatsächlich erzielt wurde.
  • Erfolgskontrolle: Die Kennzahl ermöglicht den Vergleich mit früheren Zeiträumen oder internen Zielwerten.
  • Preisstrategie: Das Revenue Management kann prüfen, ob die erzielten Preise zur Nachfrage und zur Positionierung des Hotels passen.
  • Saisonplanung: Unterschiede zwischen Wochentagen, Monaten und Saisonzeiten werden sichtbar.
  • Wettbewerbsanalyse: In Verbindung mit geeigneten Vergleichsdaten lässt sich die Preisposition des Hotels besser einschätzen.

Eine steigende Average Rate ist allerdings nicht automatisch ein Zeichen für höheren wirtschaftlichen Erfolg. Wenn gleichzeitig deutlich weniger Zimmer verkauft werden, können die gesamten Zimmererlöse trotz höherer Durchschnittspreise zurückgehen.

Unterschied zwischen Average Rate, Belegung und RevPAR

Für eine aussagekräftige Bewertung sollte die Average Rate nicht isoliert betrachtet werden. Im Revenue Management wird sie deshalb häufig mit weiteren Kennzahlen kombiniert.

  • Average Rate (ARR/ADR): Durchschnittlicher Zimmererlös pro verkauftem Zimmer.
  • Belegungsrate (Occupancy Rate): Anteil der verfügbaren Zimmer, die innerhalb eines Zeitraums verkauft beziehungsweise belegt wurden.
  • RevPAR (Revenue per Available Room): Zimmererlös pro verfügbarem Zimmer. Die Kennzahl berücksichtigt damit sowohl den durchschnittlichen Zimmerpreis als auch die Belegung.

Der RevPAR lässt sich grundsätzlich wie folgt berechnen:

RevPAR = Zimmererlöse ÷ verfügbare Zimmer

Alternativ gilt bei übereinstimmender Berechnungsgrundlage:

RevPAR = Average Rate × Belegungsrate

Beispiel: Beträgt die Average Rate 125 Euro und die Belegungsrate 80 Prozent, ergibt sich ein RevPAR von 100 Euro.

Die Kombination dieser Kennzahlen zeigt genauer, ob ein Hotel seine Zimmer zu attraktiven Preisen verkauft und gleichzeitig eine gute Auslastung erreicht.

Worauf sollte bei der Auswertung geachtet werden?

Damit die Average Rate aussagekräftig bleibt, sollten Hotels bei Vergleichen stets dieselbe Berechnungsmethode verwenden. Unterschiede können beispielsweise entstehen, wenn ein Betrieb Frühstückserlöse einbezieht, während ein anderer ausschließlich den reinen Zimmerumsatz berücksichtigt.

Auch Gruppenbuchungen, Firmenraten, Sonderaktionen und unterschiedliche Zimmerkategorien können den Durchschnittspreis beeinflussen. Deshalb ist es sinnvoll, die Average Rate bei Bedarf nach Marktsegmenten, Vertriebskanälen oder Zimmertypen aufzuschlüsseln.

Fazit

Die Average Rate ist eine zentrale Kennzahl im Hotelmanagement und Revenue Management. Sie zeigt den durchschnittlichen Erlös pro verkauftem Zimmer und unterstützt Hotels bei der Bewertung ihrer Preisstrategie. Erst zusammen mit der Belegungsrate und dem RevPAR ergibt sich ein umfassenderes Bild davon, wie erfolgreich die vorhandene Zimmerkapazität wirtschaftlich genutzt wird.