Was sind Kostenstellen überhaupt?
Eine Kostenstelle ist im Grunde der Ort, an dem die Kosten entstehen. Das kann alles Mögliche sein: ein Arbeitsplatz, eine Abteilung oder sogar ein einzelner Mitarbeiter wie zum Beispiel der Hausmeister, der mehr Streusalz braucht als der Winter Schnee liefert. Kurz gesagt: Eine Kostenstelle ist wie der Tatort in einem Krimi, man weiß, wo etwas passiert ist, und jetzt geht es darum, herauszufinden, wie teuer das ganze ist.
Warum brauchen wir eine Kostenstellenrechnung?
Die Kostenstellenrechnung erfüllt mehrere wichtige Aufgaben. Sie ist so etwas wie der Vermittler zwischen verschiedenen Bereichen des Rechnungswesens. Aber was genau macht sie?
- Ermittlung der Kosten pro Bereich:
- Stell dir vor, du möchtest wissen, wie viel dein Lager, dein Vertrieb oder die Verwaltung kosten. Die Kostenstellenrechnung zeigt dir das.
- Schnittstelle zwischen Kostenarten- und Kostenträgerrechnung:
- Sie hilft dabei, die Kosten zu verteilen – vom Ursprung (Kostenarten) bis zum Endprodukt (Kostenträger).
- Verrechnung der Gemeinkosten:
- Gemeinkosten sind die Ausgaben, die man nicht direkt einem Produkt zuordnen kann, wie Miete oder Strom. Die Kostenstellenrechnung verteilt diese gerecht.
- Kontrolle der Wirtschaftlichkeit:
- Was bringt es, wenn der Hausmeister den Fuhrpark leitet? Genau – nichts. Die Kostenstellenrechnung zeigt auf, wo zu viel Geld ausgegeben wird.
Wie werden Kostenstellen eingeteilt?
Kostenstellen lassen sich auf verschiedene Arten klassifizieren. Hier die wichtigsten Kriterien:
- Nach dem Ort:
- Hier werden alle räumlich abgetrennten Bereiche mit ähnlichen Aufgaben zu einer Kostenstelle zusammengefasst. Beispiel: Das Lager, die Küche oder der Maschinenraum. Stell dir das vor wie verschiedene Räume in einem Haus, die jeweils eigene Heizkosten verursachen.
- Nach Funktions- oder Verantwortungsbereichen:
- In diesem Fall werden Kostenstellen nach den Tätigkeiten oder den Verantwortlichen unterteilt. Ein typisches Beispiel wären Abteilungen wie Vertrieb, Einkauf oder Produktion.
- Nach rechnerischer Bedeutung:
- Hier unterscheiden wir zwischen:
- Hauptkostenstellen:
- Das sind die Stars der Show, die direkt für das Produkt arbeiten – etwa der Einkauf oder die Produktion.
- Hilfskostenstellen:
- Diese arbeiten im Hintergrund und unterstützen die Hauptkostenstellen, z.B. die IT-Abteilung oder der Fuhrpark.
Fixkosten, Variable Kosten und der tägliche Wahnsinn
Auch innerhalb einer Kostenstelle gibt es Unterschiede. Kosten, die unabhängig von der Menge der produzierten Güter anfallen (z.B. Miete), nennt man Fixkosten. Kosten, die mit der Produktion steigen oder fallen (z.B. Rohstoffe), sind variable Kosten. Stell dir vor, du betreibst eine Pizzeria:
- Die Miete bleibt gleich, egal ob du zehn oder hundert Pizzen backst.
- Die Kosten für Tomaten und Käse steigen, je mehr Pizzen du verkaufst.
Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB): Dein Helfer in der Not
Wenn du jetzt denkst, dass die Zuordnung von Kosten wahnsinnig kompliziert klingt, hast du recht. Aber zum Glück gibt es den Betriebsabrechnungsbogen (BAB). Der BAB ist wie ein großes Excel-Sheet, das hilft, Ordnung in das Chaos zu bringen. Wie funktioniert das?
Schritt für Schritt zur Kostenkontrolle:
- Erfassung der Gemeinkosten:
- Alle Gemeinkosten werden in den BAB eingetragen.
- Verteilung der Kosten:
- Mithilfe von Verteilungsschlüsseln oder Belegen (z.B. Gehaltslisten) werden die Kosten auf die jeweiligen Kostenstellen verteilt.
- Summierung:
- Jetzt werden die Kosten pro Kostenstelle addiert.
- Ermittlung der Zuschlagssätze:
- Am Ende wird für jede Kostenstelle berechnet, wie hoch die Gemeinkosten im Verhältnis zu den Einzelkosten sind – das nennt man den Zuschlagssatz.
Beispiel:
Stell dir vor, du führst ein kleines Hotel. Deine Hauptkostenstellen sind Rezeption, Küche und Reinigung. Deine Hilfskostenstelle ist die IT-Abteilung, die dafür sorgt, dass die Buchungssoftware läuft.
- Die Kosten für die Rezeption lassen sich direkt zuordnen: Gehälter der Mitarbeiter, Strom für die Beleuchtung etc.
- Die IT-Kosten hingegen müssen verteilt werden, da sie der gesamten Hotelorganisation zugutekommen. Hier kommt der BAB ins Spiel, der diese Verteilung gerecht regelt.
Warum das Ganze?
Am Ende des Tages hilft dir die Kostenstellenrechnung dabei, Kostenfresser zu identifizieren und gezielt einzugreifen. Wenn die Reinigung plötzlich teurer ist als die Küche, solltest du nachsehen, ob dein Putzmittel aus Gold besteht.