Saucen: Flüssige Stars der Küche
Saucenarten und ihre Verwendung
Saucen sind in der Küche echte Gamechanger sie bringen nicht nur Geschmack sondern verbinden Komponenten und machen aus einem guten Gericht ein richtig gutes. In der Küche unterscheidet man verschiedene Saucenarten, die je nach Zubereitung und Einsatz variieren. Klassische Grundsaucen wie helle Sauce, braune Sauce oder Tomatensauce bilden die Basis für viele weitere Varianten. Dazu kommen kalte Saucen wie Mayonnaise oder Vinaigrette, die vor allem bei Salaten oder kalten Speisen eingesetzt werden.
Für dich im Küchen- oder Servicealltag ist wichtig zu wissen, welche Sauce zu welchem Gericht passt. Eine kräftige Bratensauce ergänzt Fleischgerichte, während leichte Saucen eher zu Fisch oder Gemüse passen. Auch Konsistenz und Temperatur spielen eine große Rolle beim Anrichten und Servieren.
Die Grundsaucen
Die klassischen Grundsaucen lassen sich nach Farbe, Herstellung und Bindung gliedern:
| Kategorie | Grundlage | Bindung | Temperatur | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| Dunkle Grundsaucen | Röstknochen, dunkler Fond | dunkle Mehlschwitze | warm | Demi-glace |
| Helle Grundsaucen | heller Fond | helle Mehlschwitze | warm | Velouté |
| Aufgeschlagene Saucen | Eigelb, Butter | Emulsion | warm | Hollandaise |
| Kalte Saucen | Eigelb, Öl | Emulsion | kalt | Mayonnaise |
| Milchsaucen | Milch | helle Mehlschwitze | warm | Béchamel |
Die französischen Fachbegriffe sind in der Gastronomie nach wie vor Standard und tauchen regelmäßig in Prüfungen auf.
Helle Grundsaucen – die feine Basis
Sauce Velouté
Die Velouté gehört zu den wichtigsten Grundsaucen. Sie basiert auf einem hellen Fond und wird mit einer hellen Mehlschwitze gebunden.
Grundverhältnis:
- 60 g Butter
- 60 g Mehl
- 1 Liter Fond
Typische Varianten:
- Velouté de veau (Kalb)
- Velouté de volaille (Geflügel)
- Velouté de poisson (Fisch)
Durch Verfeinerung entstehen servierfertige Saucen:
| Grundsauce | Verfeinerung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Kalbsvelouté | Eigelb + Sahne | Sauce Allemande |
| Geflügelvelouté | Sahne + Champignonfond | Sauce Suprême |
| Fischvelouté | Weißwein + Eigelb + Sahne | Weißweinsauce |
Tipp:
Die Mehlschwitze darf nicht bräunen sonst wird aus „hell“ schneller „beige mit Überraschungseffekt“.
Sauce Béchamel
Die Béchamel ist eine klassische Milchsauce und vielseitig einsetzbar.
Herstellung:
- Helle Mehlschwitze herstellen
- Mit Milch (und ggf. Fond) auffüllen
- Glatt verkochen
Typische Ableitungen:
| Sauce | Zusätze | Verwendung |
|---|---|---|
| Mornay | Käse, Eigelb, Sahne | Gratins |
| Senfsauce | Dijon-Senf | Fleischgerichte |
| Meerrettichsauce | Meerrettich, Sahne | Tafelspitz |
| Soubise | Zwiebelmus | Fleisch, Gemüse |
Die Béchamel ist ein echter Allrounder vom Auflauf bis zur feinen Gemüsebeilage.
Sauce Hollandaise
Eine Diva unter den Saucen: sensibel, temperaturanfällig – und bei richtiger Zubereitung ein Genuss.
Herstellung:
- Reduktion aus Essig, Wasser, Gewürzen
- Eigelb im Wasserbad aufschlagen
- Geklärte Butter einarbeiten
Wichtig:
- Temperatur konstant halten (ca. 65–70 °C)
- Nicht zu heiß – sonst gibt es Rührei statt Sauce
Klassische Ableitungen:
| Sauce | Besonderheit | Verwendung |
|---|---|---|
| Béarnaise | Estragon, Weißwein | Fleisch, Fisch |
| Mousseline | geschlagene Sahne | Fisch, Gemüse |
| Choron | Tomatisiert | wie Béarnaise |
| Vénetienne | Kräuter | Fisch |
| Orangensauce | Zitrusnote | Geflügel |
Ein Klassiker: „Die Hollandaise ist geronnen!“ meist genau dann, wenn der Service beginnt. Ruhe bewahren und neu ansetzen gehört hier zur Grundkompetenz.
Sauce Mayonnaise
Die kalte Emulsion – simpel in der Theorie, anspruchsvoll in der Umsetzung.
Grundzutaten:
- Eigelb
- Öl
- Essig oder Zitronensaft
Zubereitung:
- Eigelb würzen
- Öl langsam einarbeiten (anfangs tropfenweise!)
Ableitungen:
| Sauce | Zutaten | Verwendung |
|---|---|---|
| Remoulade | Kräuter, Kapern, Gurken | Fisch, Fleisch |
| Cocktailsauce | Ketchup, Sahne, Alkohol | Salate |
| Kräutersauce | frische Kräuter | vielseitig |
| Thousand Island | Paprika, Ketchup | Salate |
Dunkle Grundsaucen – kräftig und aromatisch
Sauce Demi-glace
Die Demi-glace ist die Königin der dunklen Saucen.
Herstellung:
- Knochen und Röstgemüse stark anrösten
- Tomatenmark zugeben
- Mit Mehl bestäuben
- Mit braunem Fond auffüllen
- Mehrere Stunden köcheln lassen
- Passieren
Typische Ableitungen:
| Sauce | Besonderheit | Verwendung |
|---|---|---|
| Chasseur | Champignons, Weißwein | Kalb, Schwein |
| Bordelaise | Rotwein, Mark | Rind |
| Madeirasauce | Madeirawein | Fleisch |
| Trüffelsauce | Trüffel | edle Gerichte |
Hier gilt: Geduld ist die wichtigste Zutat.
Eigenständige Saucen
Nicht alle Saucen leiten sich von Grundsaucen ab viele stehen auch für sich.
Beispiele:
- Bratenjus: entsteht direkt beim Braten, intensiv und aromatisch
- Tomatensauce: mit frischen Tomaten, Fond und Gewürzen
- Curry-Fruchtsauce: exotisch, fruchtig-scharf
- Cumberlandsauce: fruchtig-würzig zu Wild und Pasteten
- Meerrettichsauce (englisch): mit Brot gebunden
Diese Saucen verlangen oft gutes Timing ganz besonders der Bratenjus, der gerne genau dann fertig ist, wenn der Rest noch nicht so weit ist.
Dressings – die leichten Verwandten der Sauce
Dressings kommen vor allem in der kalten Küche zum Einsatz und sind schnell hergestellt.
Essig-Öl-Dressings
Grundverhältnis:
- 3 Teile Öl
- 1 Teil Essig
Varianten:
- French Dressing (mit Senf)
- Knoblauch-Dressing
- Roquefort-Dressing
Dressings auf Joghurtbasis
Leichter und frischer – ideal für moderne Küche.
| Dressing | Zutaten |
|---|---|
| Joghurt-Dressing | Joghurt, Orangensaft |
| Kräuterjoghurt | Joghurt, Kräuter |
| Zitronenjoghurt | Joghurt, Zitrone |
| Hausfrauendressing | Joghurt, Sahne, Mayonnaise |
Praxiswissen für Ausbildung und Küche
Typische Anforderungen:
- Sauberes Arbeiten (keine Klümpchen, keine Trennung)
- Temperaturkontrolle
- Abschmecken mit Fingerspitzengefühl
- Zeitmanagement (Saucen brauchen Aufmerksamkeit)
Häufige Fehler:
- Mehlschwitze falsch angesetzt
- Emulsion gerinnt
- Sauce zu stark reduziert
- fehlende Bindung oder zu dick
Tipp:
- Lieber langsam arbeiten als hektisch korrigieren
- Abschmecken nicht erst am Ende
- Mise en place ist entscheidend – besonders bei empfindlichen Saucen
Typische IHK-Prüfungsfragen
- Nennen und erklären Sie die fünf klassischen Grundsaucen.
- Beschreiben Sie die Herstellung einer Velouté.
- Wodurch unterscheidet sich eine Béchamel von einer Velouté?
- Erklären Sie die Herstellung einer Sauce Hollandaise.
- Welche Fehler können bei einer Mayonnaise auftreten?
- Was ist eine Demi-glace und wie wird sie hergestellt?
- Nennen Sie drei Ableitungen der Hollandaise und deren Verwendung.
- Geben Sie das Grundverhältnis eines Essig-Öl-Dressings an.

