News, Fachwissen und Prüfungsvorbereitung
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Wein gehört zu den ältesten Kulturgetränken der Welt und begeistert durch seine Vielfalt an Aromen, Farben und Geschmacksrichtungen.
Wein gehört zu den ältesten Kulturgetränken der Welt und begeistert durch seine Vielfalt an Aromen, Farben und Geschmacksrichtungen. Doch bevor ein Wein im Glas landet, durchläuft er zahlreiche Arbeitsschritte, die seine Qualität und seinen Charakter entscheidend beeinflussen. Die Weinherstellung ist dabei eine Kombination aus Natur, Erfahrung und handwerklichem Können.
Alles beginnt im Weinberg. Faktoren wie Klima, Bodenbeschaffenheit, Rebsorte und die Pflege der Reben haben großen Einfluss auf die Qualität der Trauben. Nach der Weinlese werden die Trauben verarbeitet, gepresst und vergoren. Während der Gärung wird der natürliche Zucker in Alkohol umgewandelt – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum fertigen Wein.
Je nach Weinstil folgen anschließend weitere Verfahren wie Lagerung, Reifung oder Ausbau in verschiedenen Behältern. Jeder einzelne Schritt trägt dazu bei, dass aus Trauben ein einzigartiges Produkt entsteht. Wer die Grundlagen der Weinherstellung kennt, versteht besser, warum Weine so unterschiedlich schmecken und welche Faktoren ihren Charakter prägen.
Der Startpunkt jedes Weines liegt im Weinberg oder genauer gesagt im richtigen Zeitpunkt der Lese. Seit 1993 entscheiden Winzer eigenverantwortlich, wann geerntet wird. Ganz ohne Bürokratie geht es dennoch nicht: Das sogenannte Herbstbuch dokumentiert lückenlos alle relevanten Daten.
Diese Angaben sind entscheidend für die spätere Qualitätsstufe.
Die Art der Lese bestimmt maßgeblich die Qualität des Weines:
| Lesestufe | Beschreibung |
|---|---|
| Spätlese | vollreife Trauben |
| Auslese | selektierte, gesunde Trauben |
| Beerenauslese | edelfaule oder überreife Beeren |
| Trockenbeerenauslese | rosinenartig eingeschrumpfte Beeren |
| Eiswein | gefrorene Trauben (-7 °C) |
Info:
Während einfache Qualitäten oft maschinell gelesen werden, ist bei hochwertigen Prädikaten Handarbeit Pflicht. Und ja, das bedeutet tatsächlich dass teilweise jemand bei Minusgraden im Weinberg steht. Freiwillig.
Ist die Lese abgeschlossen, beginnt die eigentliche Verwandlung: Aus Trauben wird Wein. Laut Gesetz entsteht Wein ausschließlich durch die alkoholische Gärung von Trauben oder Traubenmost.
Die Herstellung von Weißwein ist geprägt von schonender Verarbeitung.
Das Ergebnis: Jungwein – oder, wenn er noch gärend ist, der bekannte Federweißer. Ein Getränk, das in der Gastronomie regelmäßig unterschätzt wird, bis jemand die Flasche schüttelt.
Nach der Gärung beginnt der Ausbau, der den Charakter des Weines entscheidend prägt.
Merke:
Die Süßreserve ist kein Trick, sondern ein erlaubtes und übliches Verfahren – auch wenn Gäste manchmal skeptisch schauen, wenn man es erklärt.
Rotwein entsteht anders als Weißwein, da die Farbstoffe in den Beerenhäuten sitzen.
Oft werden beide Methoden kombiniert, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Nach der Gärung erfolgt die Weiterverarbeitung ähnlich wie beim Weißwein – allerdings meist mit längerer Reifezeit.
Nicht jeder Wein ist eindeutig rot oder weiß. Einige Spezialitäten sorgen regelmäßig für Verwirrung und das sowohl bei Gästen als auch bei Auszubildenden.
| Weinart | Herstellung |
|---|---|
| Weißwein | aus weißen Trauben |
| Rotwein | aus roten Trauben (Maischegärung) |
| Rosé | kurze Maischestandzeit roter Trauben |
| Weißherbst | Rosé aus einer Rebsorte (Q.b.A.) |
| Rotling | Mischung roter & weißer Trauben vor Gärung |
| Schillerwein | Rotling aus Württemberg |
| Badisch Rotgold | Rotling aus Baden |
Wichtig:
Rotling entsteht vor der Gärung durch Mischung der Trauben und nicht durch das Mischen fertiger Weine. Das wäre zu einfach (und nicht erlaubt).
Ein sensibles Thema in der Weinherstellung ist die Alkoholsteuerung.
Perlwein nimmt eine Zwischenstellung ein:
Typisch für unkomplizierte, frische Getränke – perfekt für den Sommer oder als Aperitif.
Im gastronomischen Alltag zeigt sich schnell, wer sein Handwerk versteht:
Und natürlich: ruhig bleiben, wenn jemand fragt, ob Rosé „einfach gemischter Rot- und Weißwein“ ist.