Feedback ist ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Kommunikation – sowohl im Berufsleben als auch im Alltag. Es beschreibt Rückmeldungen zu Verhalten, Leistungen oder Ergebnissen und hilft dabei, Stärken zu erkennen und Entwicklungspotenziale aufzudecken. Richtig eingesetzt kann Feedback die Zusammenarbeit verbessern, Missverständnisse vermeiden und die persönliche sowie berufliche Weiterentwicklung fördern. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Feedback genau ist, welche Formen es gibt und wie es konstruktiv eingesetzt werden kann.
Was ist Feedback?
Im Grunde genommen ist Feedback nichts anderes als eine Rückmeldung zu einem Verhalten, einer Handlung oder einer Situation. Doch es geht nicht nur um das, was schiefgelaufen ist. Feedback umfasst alles: Lob, Anerkennung, Bestätigung und natürlich auch konstruktive Kritik. Kurz gesagt, Feedback ist die Information darüber, wie das Verhalten einer Person von anderen wahrgenommen wird. Und – Überraschung – diese Wahrnehmung muss nicht immer mit dem übereinstimmen, was man selbst über sich denkt.
Selbstbild vs. Fremdbild – was bedeutet das?
Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Meeting und kommen mit der festen Überzeugung, dass alles hervorragend gelaufen ist. Ihr Selbstbild sagt: „Ich habe richtig gut präsentiert!“ Doch dann bekommt man das Feedback von Kollegen: „Du hast uns ein bisschen verloren, als du über die Zahlen gesprochen hast.“ Hier merken Sie, dass das Fremdbild Ihrer Präsentation von Ihrem Selbstbild abweicht. Und das ist vollkommen in Ordnung! Feedback hilft dabei, diese Lücke zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung zu schließen.
Was ist „gewievetes“ Feedback?
Einen Schritt weiter gehen wir mit dem Konzept des „gewieveten Feedbacks“. Der Begriff klingt vielleicht erst einmal merkwürdig, aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken, es geht hier um ein besonders konstruktives und zielführendes Feedback. Ziel ist es, die Wahrnehmung des Gegenübers so zu kommunizieren, dass es sich nicht angegriffen fühlt, sondern eher erkennt, wie es sich in der Zukunft noch besser verhalten kann. Klingt nach einer Kunst, oder?
Das „gewievetes Feedback“ folgt einer einfachen Struktur, die wir uns merken sollten: W.I.E.V.
- W = Wahrnehmung:
- Hier beschreiben wir konkret, was wir beobachtet haben. Aber Vorsicht! Keine Bewertungen und keine Interpretationen nur das, was sichtbar oder hörbar war. Beispiel: „Ich sehe, du hast gerade das Meeting verlassen.“
- I = Interpretation:
- Was könnten diese Beobachtungen bedeuten? Hier dürfen wir unsere Vermutungen anstellen, aber als Ich-Botschaft formulieren. Beispiel: „Ich nehme an, du hast etwas Wichtiges zu erledigen, daher hast du das Meeting verlassen.“
- E = Empfindung:
- Wie haben wir uns dabei gefühlt? Dies zeigt dem anderen, welche Auswirkungen sein Verhalten auf uns hatte. Beispiel: „Ich habe mich während des Meetings ein wenig gestört gefühlt, weil ich deine Meinung zu dem Thema erwartet habe.“
- V = Verhaltenswunsch:
- Zum Abschluss folgt der Vorschlag, wie sich die Person in Zukunft verhalten könnte, um die Situation zu verbessern. Hier geht es um klare und höfliche Wünsche. Beispiel: „Es wäre super, wenn du das nächste Mal während des Meetings kurz Bescheid gibst, wenn du gehen musst.“
Mit dieser Struktur wird Feedback sowohl klar als auch respektvoll vermittelt. Keine Angriffe, keine Pauschalverurteilungen also nur konstruktive Vorschläge, wie das Verhalten künftig noch besser sein könnte.
Wie gibt man richtiges Feedback?
Kritik üben – das ist für viele von uns keine leichte Aufgabe. Aber keine Sorge, mit ein paar einfachen Regeln kann jeder von uns ein Profi im Feedback geben werden.
- Seien Sie konkret!
- Beschreiben Sie das beobachtbare Verhalten, nicht die Person. Anstatt zu sagen „Du bist immer so chaotisch“, lieber konkret auf die Situation eingehen: „Mir ist aufgefallen, dass du beim Meeting einige Notizen vergessen hast.“
- Vermeiden Sie übermäßige Negativität!
- Beginnen Sie mit etwas Positivem! Vielleicht gab es ein Aspekt, der gut lief und erwähnen Sie das zuerst. „Deine Ideen im Teammeeting waren großartig! Aber vielleicht könntest du beim nächsten Mal noch ein bisschen mehr Struktur in deine Präsentation bringen.“
- Seien Sie respektvoll!
- Stellen Sie sicher, dass das Feedback konstruktiv bleibt. Niemand mag es, sich angegriffen zu fühlen, und schon gar nicht in einer Situation, die Verbesserungspotential bietet. „Du könntest das besser machen“, ist weniger hilfreich als: „Vielleicht hilft es dir, einen Plan zu erstellen, bevor du deine Ideen präsentierst.“
- Verhalten ändern, nicht die Person!
- Sie geben Feedback zu einem Verhalten, nicht zur gesamten Person. Kritik sollte nie den Eindruck erwecken, dass jemand als „schlecht“ oder „unfähig“ abgestempelt wird.
- Hören Sie zu!
- Feedback ist keine Einbahnstraße. Wenn Sie Feedback geben, seien Sie auch bereit, Fragen zu beantworten und eine Diskussion zu führen. Vielleicht gibt es Missverständnisse oder der Empfänger braucht mehr Informationen, um das Feedback zu verstehen.
Wie nimmt man Feedback an?
Feedback zu bekommen ist oft genauso herausfordernd wie es zu geben. Doch mit der richtigen Einstellung kann es zu einer wertvollen Chance für persönliches Wachstum werden.
- Sind Sie bereit für Feedback?
- Es ist wichtig, ehrlich mit sich selbst zu sein. Wenn Sie nicht bereit sind, sich konstruktiver Kritik zu stellen, ist es vielleicht besser, das Gespräch zu verschieben.
- Hören Sie aufmerksam zu!
- Vermeiden Sie es, sich sofort zu verteidigen oder zu rechtfertigen. Feedback ist nicht persönlich gemeint, sondern dient Ihrer Verbesserung. Hören Sie zu, nehmen Sie es in Ruhe auf und überlegen Sie, was Sie damit anfangen können.
- Machen Sie sich Notizen!
- Oft ist es hilfreich, das Feedback schriftlich festzuhalten, damit Sie später noch einmal darauf zurückkommen können.
- Verstehen Sie das Feedback!
- Wenn Ihnen etwas unklar ist, fragen Sie nach. Stellen Sie sicher, dass Sie die Botschaft des Feedbacks richtig verstehen.
- Bedanken Sie sich!
- Ja, auch für kritisches Feedback sollten Sie dankbar sein da es Ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu verbessern und weiterzuentwickeln.
- Setzen Sie das Feedback um!
- Entscheiden Sie selbst, was Sie ändern möchten. Vielleicht gibt es Verhalten, das Sie anpassen wollen, oder Sie nehmen sich vor, in bestimmten Situationen noch mehr zu reflektieren.