Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken weltweit und ist aus der Hotellerie und Gastronomie nicht wegzudenken. Ob zum Frühstück, nach dem Essen oder als Begleiter zu Kuchen und Gebäck – Kaffee wird zu vielen Gelegenheiten angeboten. Doch Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Anbaugebiet, Pflanzenart, Ernte, Aufbereitung, Röstung und Zubereitung beeinflussen Geschmack und Qualität erheblich. Auch die Auswahl der richtigen Kaffeemaschine, die passende Mahlung und die Wasserqualität spielen eine wichtige Rolle.
Kaffee stammt von der Kaffeepflanze, einem immergrünen Strauch oder kleinen Baum aus der Familie der Rötegewächse. Sie wächst vor allem in tropischen und subtropischen Regionen rund um den Äquator. Diese Anbaugebiete werden häufig als Kaffeegürtel bezeichnet.
Die wichtigsten Kaffeeanbauländer liegen in:
Zu den bedeutenden Anbauländern gehören beispielsweise Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien, Indonesien und Honduras.
Die Kaffeepflanze benötigt für ein gutes Wachstum geeignete Temperaturen, ausreichend Feuchtigkeit und je nach Sorte passende Licht- und Bodenverhältnisse. Viele Pflanzen werden in höheren Lagen angebaut, andere gedeihen auch in tieferen Regionen.
Unter günstigen Bedingungen tragen Kaffeepflanzen nach etwa drei bis vier Jahren erstmals Früchte. Die genaue Zeit hängt unter anderem von der Pflanzenart und den Anbaubedingungen ab.
Im weltweiten Kaffeehandel spielen vor allem zwei Kaffeearten eine wichtige Rolle: Arabica und Robusta.
Arabica (Coffea arabica)
Arabica-Kaffee wird häufig in höheren Lagen angebaut. Die Pflanzen sind vergleichsweise anspruchsvoll und reagieren empfindlicher auf Krankheiten und ungünstige Klimabedingungen.
Typische Eigenschaften:
Robusta (Coffea canephora)
Robusta wird häufig in tieferen und wärmeren Regionen angebaut. Die Pflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber bestimmten Krankheiten und enthalten mehr Koffein als Arabica.
Typische Eigenschaften:
Robusta wird unter anderem für kräftige Kaffeemischungen und Espressi verwendet. Er kann außerdem zu einer stabilen Crema beitragen.
Wichtig: Die Bezeichnungen Hochlandkaffee und Tieflandkaffee sind keine eindeutigen Qualitätsklassen. Arabica wächst häufig in höheren Lagen und Robusta häufig in tieferen Regionen. Es gibt jedoch Ausnahmen. Auch Anbauhöhe allein entscheidet nicht über die Qualität.
Die Kaffeepflanze bildet nach der Blüte kirschähnliche Früchte, die als Kaffeekirschen bezeichnet werden. Bis zur Reife vergehen je nach Sorte und Anbaubedingungen mehrere Monate.
Im Inneren der Kaffeekirsche befinden sich normalerweise zwei Samen. Diese werden später zu den bekannten Kaffeebohnen verarbeitet. In seltenen Fällen entwickelt sich nur ein einzelner runder Samen. Dieser wird als Perlbohne bezeichnet.
Die Kaffeekirsche besteht aus mehreren Schichten:
Die Kaffeebohne enthält verschiedene Inhaltsstoffe, die für die spätere Qualität und den Geschmack wichtig sind.
Dazu gehören:
Viele der typischen Kaffee-Aromastoffe entstehen erst während der Röstung durch chemische Reaktionen.
Die Kaffeekirschen werden je nach Anbauland und Klima zu unterschiedlichen Zeiten geerntet. In vielen Regionen gibt es eine Haupternte, in anderen mehrere Ernteperioden.
Für die Qualität ist es wichtig, möglichst reife Früchte zu ernten. Die Ernte kann von Hand oder maschinell erfolgen. Nach der Ernte müssen die Kaffeebohnen aus den Früchten gewonnen und aufbereitet werden. Dafür gibt es verschiedene Verfahren.
Bei der trockenen Aufbereitung werden die Kaffeekirschen zunächst als ganze Früchte getrocknet. Dies geschieht häufig auf Trockenflächen oder speziellen Trocknungsanlagen. Während des Trocknens verlieren die Früchte Feuchtigkeit. Anschließend werden Fruchthaut, Fruchtfleisch und weitere Schichten mechanisch entfernt.
Besonderheiten:
Dieses Verfahren wird auch als Natural Process bezeichnet.
Bei der nassen Aufbereitung werden die Kaffeekirschen zunächst sortiert und anschließend vom Fruchtfleisch befreit.
Der Ablauf umfasst typischerweise folgende Schritte:
Die nasse Aufbereitung wird auch Washed Process genannt.
Besonderheiten:
Neben der trockenen und nassen Aufbereitung gibt es Mischformen und weitere Verfahren. Ein bekanntes Beispiel ist der Honey Process. Dabei wird ein Teil der Schleimschicht nach dem Entfernen des Fruchtfleisches an der Bohne belassen und mitgetrocknet.
Die Bezeichnung hat nichts mit Honig als Zutat zu tun. Sie bezieht sich auf das klebrige Aussehen der Bohnen während der Verarbeitung.
Nach der Aufbereitung werden die Kaffeebohnen sortiert, aufbereitet und für den Handel vorbereitet. In diesem Zustand bezeichnet man sie als Rohkaffee. Der Rohkaffee ist meist grünlich bis gelblich und besitzt noch nicht das typische Aroma von geröstetem Kaffee. Dieses entwickelt sich erst während des Röstprozesses.
Die Röstung ist einer der wichtigsten Schritte bei der Kaffeeherstellung. Dabei werden die grünen Rohkaffeebohnen durch Hitze so verändert, dass sich Farbe, Volumen, Geschmack und Aroma entwickeln.
Je nach Röstverfahren, Röstgrad und Bohne liegen die Temperaturen im Röstprozess häufig ungefähr zwischen 180 und 240 °C. Die tatsächlichen Werte hängen vom Röstsystem und davon ab, ob die Temperatur der Umgebung oder der Bohne gemessen wird.
Während der Röstung laufen mehrere Vorgänge ab:
Besonders wichtig ist die Maillard-Reaktion. Dabei reagieren Aminosäuren und reduzierende Zucker miteinander. Es entstehen zahlreiche Aromastoffe, die für den typischen Kaffeegeschmack verantwortlich sind.
Je nach Röstzeit und Temperatur entstehen unterschiedliche Röstgrade.
Helle Röstung:
Mittlere Röstung:
Dunkle Röstung:
Eine dunkle Röstung wird häufig als Espressoröstung bezeichnet. Allerdings kann Espresso auch mit mittleren oder helleren Röstungen zubereitet werden.
Kaffee wird in unterschiedlichen Formen angeboten. Je nach Verarbeitung und Verwendungszweck unterscheidet man verschiedene Produkte.
Röstkaffee besteht aus gerösteten Kaffeebohnen. Er wird entweder als ganze Bohne oder bereits gemahlen verkauft.
Formen:
Bei entkoffeiniertem Kaffee wird das Koffein aus dem Rohkaffee weitgehend entfernt. Dies geschieht vor der Röstung mit speziellen Verfahren.
Dazu gehören beispielsweise:
Entkoffeinierter Kaffee ist nicht grundsätzlich vollständig koffeinfrei. Es können geringe Restmengen enthalten sein.
Aromatisierter Kaffee wird mit zusätzlichen Aromastoffen versehen. Diese werden häufig nach der Röstung auf die Bohnen aufgebracht.
Beispiele:
Instantkaffee wird aus bereits gebrühtem Kaffee hergestellt. Dazu wird zunächst ein konzentrierter Kaffeeextrakt gewonnen. Anschließend wird diesem Wasser entzogen.
Zwei wichtige Verfahren sind:
Das Ergebnis ist löslicher Kaffee, der sich mit heißem Wasser schnell zubereiten lässt.
Kaffeeersatzprodukte werden nicht aus Kaffeebohnen hergestellt. Stattdessen dienen geröstete Pflanzenteile als Grundlage.
Beispiele:
Diese Produkte enthalten von Natur aus kein Koffein aus der Kaffeepflanze. Je nach Zutaten und Rezeptur können sie geschmacklich an Kaffee erinnern.
Einige Kaffees werden mit dem Ziel hergestellt, bestimmte Inhaltsstoffe oder Röstaromen zu reduzieren, die von manchen Menschen als unangenehm empfunden werden.
Dabei können spezielle Röstverfahren oder nachträgliche Behandlungsschritte eingesetzt werden.
Die Bezeichnung „reizstoffarm“ ist jedoch keine einheitliche Qualitätsklasse. Sie bedeutet auch nicht automatisch, dass ein Kaffee für Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden medizinisch geeignet ist.
Die Qualität einer Tasse Kaffee hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Qualität der Bohnen spielen auch Mahlgrad, Dosierung, Wasser und Zubereitungsart eine wichtige Rolle.
Arabica und Robusta unterscheiden sich hinsichtlich Geschmack, Koffeingehalt und Aromaprofil. Durch das Mischen verschiedener Bohnen können bestimmte Eigenschaften gezielt kombiniert werden.
Der Mahlgrad muss zur jeweiligen Zubereitungsmethode passen.
| Zubereitungsart | Typischer Mahlgrad |
|---|---|
| Filterkaffee | Mittel bis mittelgrob |
| French Press | Grob |
| Espresso | Fein |
| Mokka im Kännchen | Sehr fein |
| Handaufguss | Mittel, je nach Filter und Brühtechnik |
Ist der Kaffee zu fein gemahlen, kann er überextrahiert werden und bitter schmecken. Ist er zu grob gemahlen, kann die Extraktion zu gering ausfallen und der Kaffee wässrig wirken.
Kaffee besteht zum größten Teil aus Wasser. Deshalb beeinflusst dessen Qualität den Geschmack erheblich. Für die Kaffeezubereitung eignet sich frisches, geschmacklich neutrales Wasser mit einer ausgewogenen Mineralstoffzusammensetzung.
Zu hartes Wasser kann die Aromen beeinträchtigen und Kalkablagerungen in Kaffeemaschinen verursachen. Sehr weiches Wasser kann ebenfalls zu einem unausgewogenen Geschmack führen.
Wichtig: Die Wasserqualität sollte mit geeigneten Filtern oder Wasseraufbereitungsanlagen an die Anforderungen der Kaffeemaschine angepasst werden. Das eigenständige Hinzufügen von Salz oder Natron ist keine fachgerechte Methode zur Wasseroptimierung.
Die Brühtemperatur beeinflusst, wie gut die Aromastoffe aus dem Kaffeepulver gelöst werden. Für viele Brühverfahren liegt ein geeigneter Temperaturbereich ungefähr zwischen 92 und 96 °C. Die optimale Temperatur hängt jedoch von der Bohne, dem Röstgrad und der Zubereitungsmethode ab.
Zu hohe Temperaturen können unerwünschte bittere Noten verstärken. Zu niedrige Temperaturen können zu einer unzureichenden Extraktion führen.
Auch das Verhältnis von Kaffeepulver zu Wasser ist entscheidend. Eine zu geringe Dosierung führt häufig zu einem schwachen Getränk, während eine zu hohe Dosierung den Kaffee sehr kräftig machen kann.
Die Extraktionszeit muss zur Zubereitungsmethode und zum Mahlgrad passen.
Kaffee ist empfindlich gegenüber Sauerstoff, Feuchtigkeit, Licht, Wärme und Fremdgerüchen. Besonders gemahlener Kaffee verliert sein Aroma relativ schnell, da seine große Oberfläche den Kontakt mit Sauerstoff begünstigt.
Für eine gute Lagerung gelten folgende Grundregeln:
Ganze Bohnen behalten ihr Aroma in der Regel länger als bereits gemahlener Kaffee. Die Haltbarkeit hängt unter anderem von Röstung, Verpackung und Lagerbedingungen ab.
In der Gastronomie kommen unterschiedliche Geräte und Zubereitungsverfahren zum Einsatz.
Dazu gehören:
Die jeweilige Maschine muss auf die verwendete Kaffeesorte, den Mahlgrad und die gewünschte Getränkemenge abgestimmt sein.
Eine regelmäßige Reinigung ist entscheidend für die Kaffeequalität und die Hygiene.
Kaffee enthält Fette und andere Rückstände, die sich in Maschinen, Leitungen und Brühgruppen ablagern können. Werden diese nicht entfernt, können sie den Geschmack negativ beeinflussen.
Wichtige Reinigungsarbeiten sind:
Besonders Milchsysteme müssen sorgfältig gereinigt werden, da Milchreste schnell verderben können.
Ein gutes Kaffeeangebot ist in der Gastronomie ein wichtiger Bestandteil des Gesamterlebnisses. Die Qualität des Kaffees allein reicht jedoch nicht aus. Auch Service, Präsentation und Beratung beeinflussen die Zufriedenheit der Gäste.
Wichtige Erfolgsfaktoren sind:
Neben Filterkaffee und Espresso gibt es zahlreiche Kaffeespezialitäten. Besonders bekannt sind Kaffeegetränke, die mit Sahne, Zucker oder alkoholischen Zutaten verfeinert werden.
Der Pharisäer ist eine traditionelle Kaffeespezialität aus Nordfriesland.
Zubereitung:
Traditionell wird der Pharisäer mit Sahne serviert, die nicht sofort untergerührt wird.
Der Rüdesheimer Kaffee ist eine bekannte deutsche Kaffeespezialität, die mit Asbach Weinbrand zubereitet wird.
Zubereitung:
Beim Flambieren sind geeignete Sicherheitsmaßnahmen unbedingt einzuhalten.
Irish Coffee stammt ursprünglich aus Irland und wird mit irischem Whiskey und Sahne zubereitet.
Zubereitung:
Die Sahne sollte auf dem Kaffee schwimmen und wird traditionell nicht untergerührt.
French Coffee wird häufig mit Grand Marnier zubereitet. Der Orangenlikör verleiht dem Getränk eine fruchtige Note.
Zubereitung:
Hinweis: Alkoholische Kaffeespezialitäten werden ausschließlich an volljährige Gäste ausgeschenkt. Die Mengenangaben sind klassische Rezeptorientierungen und können je nach Betrieb variieren.
Kaffee ist ein wichtiger Umsatz- und Qualitätsfaktor in Hotellerie und Gastronomie. Ein gutes Kaffeeangebot rundet das Frühstück ab, ergänzt die Dessertkarte und gehört in vielen Betrieben selbstverständlich zum Service. Wer die Unterschiede zwischen Arabica und Robusta kennt, die Herstellung versteht und die richtige Zubereitung beherrscht, kann Gästen eine gleichbleibend hohe Qualität bieten.
Merke: Die Qualität des Kaffees wird durch Anbau, Ernte, Aufbereitung, Röstung und Zubereitung bestimmt. Besonders wichtig sind die richtige Bohnenauswahl, der passende Mahlgrad, gutes Wasser, eine geeignete Brühtemperatur und die regelmäßige Reinigung der Kaffeemaschine.