Erfrischungsgetränke: Arten, Zutaten und Unterschiede

Erfrischungsgetränke sind ein wichtiger Bestandteil des Getränkeangebots, sie werden pur, als Begleitung zu Speisen oder als Grundlage für Mixgetränke angeboten. Das Sortiment reicht von Fruchtsaftgetränken über Limonaden und Brausen bis hin zu Cola-, Bitter- und Sportgetränken.

Die einzelnen Getränke unterscheiden sich vor allem durch ihre Zutaten, den Fruchtgehalt, die verwendeten Süßungsmittel und ihre Herstellung. Wer in der Gastronomie arbeitet, sollte die wichtigsten Produktgruppen kennen und Gästen die Unterschiede erklären können.

Was sind Erfrischungsgetränke?

Erfrischungsgetränke sind alkoholfreie Getränke, die in der Regel auf Trinkwasser oder Tafelwasser basieren. Je nach Produkt werden Fruchtsaft, Fruchtsaftkonzentrat, Zucker, Süßungsmittel, Aromen, Säuerungsmittel oder weitere Zutaten zugesetzt.

Viele Erfrischungsgetränke enthalten Kohlensäure, es gibt aber auch Varianten ohne Kohlensäure.

Zu den wichtigsten Gruppen gehören:

  • Fruchtsaftgetränke
  • Limonaden
  • Brausen
  • brennwertverminderte und brennwertarme Erfrischungsgetränke
  • isotonische Getränke

Fruchtsaftgetränke

Fruchtsaftgetränke werden aus Fruchtsäften, Fruchtsaftkonzentraten oder Fruchtsaftgemischen hergestellt. Zusätzlich werden Wasser und häufig Zucker oder Süßungsmittel sowie natürliche Aromen verwendet.

Der Fruchtgehalt ist deutlich geringer als bei Fruchtsaft oder Fruchtnektar. Je nach Fruchtart liegt er üblicherweise zwischen 6 und 30 Prozent. Der genaue Mindestfruchtgehalt richtet sich nach der verwendeten Frucht und den geltenden Leitsätzen.

Typische Beispiele sind:

  • Orangenfruchtsaftgetränk
  • Kirschfruchtsaftgetränk
  • Multifruchtgetränk
  • Johannisbeergetränk

Abgrenzung zu Fruchtsaft und Fruchtnektar

GetränkFruchtgehaltBesonderheit
Fruchtsaft100 %Besteht vollständig aus Frucht
FruchtnektarJe nach Frucht mindestens 25–50 %Enthält zusätzlich Wasser und gegebenenfalls Zucker oder Honig
FruchtsaftgetränkJe nach Frucht meist 6–30 %Enthält zusätzlich Wasser und weitere Zutaten

Die Bezeichnung auf der Verpackung gibt Auskunft darüber, um welche Produktart es sich handelt. Ein Fruchtsaftgetränk ist daher nicht mit einem Fruchtsaft gleichzusetzen.

Limonaden

Limonaden sind alkoholfreie Erfrischungsgetränke, die aus Wasser, Zucker oder Süßungsmitteln, natürlichen oder naturidentischen Aromen sowie Säuerungsmitteln hergestellt werden können. Häufig enthalten sie Kohlensäure. Je nach Rezeptur können auch Fruchtsaft oder natürliche Pflanzenextrakte enthalten sein. Für Farbe und Geschmack werden unterschiedliche Zutaten verwendet. Zugelassene Farbstoffe müssen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gekennzeichnet werden.

Verschiedene Arten von Limonaden

Limonaden mit Fruchtsaft

Diese Getränke enthalten Fruchtsaft und zeichnen sich häufig durch einen fruchtigen Geschmack aus. Besonders verbreitet sind Zitrusfrüchte wie Zitrone und Orange.

Klarlimonaden und Essenzlimonaden

Klarlimonaden sind meist farblose oder nur leicht gefärbte Getränke. Sie erhalten ihren Geschmack beispielsweise durch Zitronen- oder andere Fruchtessenzen.

Cola-Limonaden

Cola-Limonaden besitzen einen charakteristischen Geschmack, der unter anderem durch Aromen und Gewürzextrakte entsteht. Viele klassische Cola-Getränke enthalten Koffein. Es gibt jedoch auch koffeinfreie Varianten.

Chininhaltige Limonaden

Diese Getränke enthalten Chinin als charakteristischen Bestandteil. Bekannte Beispiele sind Tonic Water und Bitter Lemon. Sie besitzen häufig eine leicht bittere Geschmacksnote und werden auch als Filler für Cocktails und Longdrinks verwendet.

Kräuter- und Gewürzlimonaden

Diese Limonaden erhalten ihren Geschmack durch Kräuter- oder Gewürzextrakte. Ein bekanntes Beispiel ist Ginger Ale mit seinem typischen Ingwergeschmack.

Brausen

Brausen sind alkoholfreie Erfrischungsgetränke, die ihren Geschmack hauptsächlich durch Aromen und weitere geschmacksgebende Zutaten erhalten. Sie können mit Zucker oder Süßungsmitteln gesüßt und mit Kohlensäure versetzt sein.

Im Unterschied zu Fruchtsaftgetränken steht bei Brausen nicht der tatsächliche Fruchtanteil im Vordergrund. Der Geschmack kann beispielsweise durch Fruchtaromen nachgeahmt werden.

Typische Geschmacksrichtungen sind:

  • Himbeere
  • Waldmeister
  • Zitrone
  • Orange
  • Waldfrucht

Die Bezeichnung und Kennzeichnung müssen erkennen lassen, welche Art von Getränk angeboten wird und welche Zutaten beziehungsweise Aromen verwendet wurden.

Brennwertverminderte Erfrischungsgetränke

Brennwertverminderte Erfrischungsgetränke enthalten weniger Energie als vergleichbare herkömmliche Produkte. Dafür wird ein Teil oder die gesamte Zuckermenge durch Süßungsmittel ersetzt.

Solche Getränke gibt es beispielsweise als:

  • Cola light
  • Orangenlimonade light
  • Zitronenlimonade ohne Zucker
  • kalorienreduzierte Fruchtsaftgetränke

Die Bezeichnung „light“ wird häufig für solche Produkte verwendet. Für nährwertbezogene Angaben wie „energiearm“ oder „energiereduziert“ gelten jedoch gesetzliche Voraussetzungen.

Ein Getränk darf als „energiereduziert“ bezeichnet werden, wenn sein Brennwert gegenüber einem vergleichbaren Produkt um mindestens 30 Prozent reduziert wurde. Die früher häufig genannte Grenze von 40 Prozent ist daher nicht mehr die allgemeine gesetzliche Vorgabe.

Energiearme Erfrischungsgetränke

Für die Bezeichnung „energiearm“ gelten gesetzlich festgelegte Grenzwerte. Bei Getränken liegt der Höchstwert grundsätzlich bei 20 kcal beziehungsweise 80 kJ pro 100 ml.

Die Bezeichnung ist nicht mit „energiereduziert“ gleichzusetzen:

  • Energiearm: Das Getränk liegt unter einem festgelegten absoluten Grenzwert.
  • Energiereduziert: Das Getränk enthält mindestens 30 Prozent weniger Energie als ein vergleichbares Produkt.

Isotonische Getränke

Isotonische Getränke sind speziell zusammengesetzte Getränke, die vor allem im Zusammenhang mit sportlicher Belastung angeboten werden. Sie enthalten Wasser sowie bestimmte Mengen an gelösten Kohlenhydraten und Elektrolyten.

Als Elektrolyte bezeichnet man Mineralstoffe, die im Körper unter anderem für den Wasserhaushalt und die Funktion von Muskeln und Nerven wichtig sind. Dazu zählen beispielsweise Natrium und Kalium.

Isotonische Getränke sollen den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust bei körperlicher Belastung ausgleichen. Kohlenhydrate können zusätzlich als Energiequelle dienen.

Was bedeutet isotonisch?

Der Begriff beschreibt die Konzentration gelöster Teilchen im Getränk im Verhältnis zu einer Körperflüssigkeit. Isotonische Getränke besitzen eine ähnliche osmotische Konzentration wie das Blutplasma.

Im Sportbereich werden außerdem hypotonische und hypertonische Getränke unterschieden:

  • Hypotonisch: Geringere Teilchenkonzentration als das Blutplasma.
  • Isotonisch: Ähnliche Teilchenkonzentration wie das Blutplasma.
  • Hypertonisch: Höhere Teilchenkonzentration als das Blutplasma.

Nicht jedes Getränk, das als Sportgetränk vermarktet wird, ist automatisch isotonisch.

Diätetische Erfrischungsgetränke und Süßungsmittel

In älteren Lehrmaterialien werden häufig sogenannte diätetische Erfrischungsgetränke für Menschen mit Diabetes oder Übergewicht aufgeführt. Diese Einteilung ist heute in dieser Form nicht mehr aktuell.

Die frühere Diätverordnung wurde durch moderne lebensmittelrechtliche Regelungen abgelöst. Getränke für besondere Ernährungsbedürfnisse werden heute nach den jeweils geltenden Vorschriften beurteilt.

Zucker und Süßungsmittel

Bei der Herstellung von Erfrischungsgetränken können verschiedene Süßungsmittel eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Aspartam: Ein intensives Süßungsmittel mit sehr hoher Süßkraft.
  • Acesulfam K: Ein kalorienfreies Süßungsmittel, das häufig in Kombination mit anderen Süßungsmitteln verwendet wird.
  • Cyclamat: Ein Süßungsmittel, das auch in Kombination mit anderen Süßungsmitteln eingesetzt wird.
  • Saccharin: Ein Süßungsmittel mit hoher Süßkraft.
  • Sucralose: Ein intensives Süßungsmittel, das in vielen Getränken verwendet wird.
  • Steviolglycoside: Süß schmeckende Stoffe aus der Steviapflanze.

Welche Süßungsmittel verwendet werden dürfen, ist gesetzlich geregelt. Die Zutaten müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Bei bestimmten Süßungsmitteln sind zusätzliche Hinweise vorgeschrieben, beispielsweise bei Aspartam.

Erfrischungsgetränke in der Gastronomie

Erfrischungsgetränke gehören zum Standardangebot in Restaurants, Hotels, Bars und Cafés. Sie werden als eigenständige Getränke, als Begleitung zu Speisen oder als Zutaten für Mixgetränke eingesetzt.

Typische Einsatzbereiche

  • Frühstück: Orangenlimonade, Cola und andere Erfrischungsgetränke ergänzen das Getränkeangebot.
  • Restaurant: Limonaden und Fruchtsaftgetränke sind beliebte alkoholfreie Alternativen.
  • Bar: Tonic Water, Bitter Lemon und Ginger Ale werden als Filler verwendet.
  • Cocktailservice: Cola, Zitronenlimonade und andere Erfrischungsgetränke dienen als Mischzutaten.
  • Sport- und Wellnessbereich: Isotonische Getränke werden häufig als Ergänzung zum Getränkeangebot angeboten.

Lagerung und Service

Für die Qualität der Getränke sind eine sachgerechte Lagerung und ein hygienischer Ausschank wichtig.

  • Getränke sollten entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden.
  • Direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen sind zu vermeiden.
  • Geöffnete Flaschen sollten verschlossen und gekühlt aufbewahrt werden.
  • Getränke werden in sauberen, passenden Gläsern serviert.
  • Kohlensäurehaltige Getränke sollten möglichst vorsichtig eingeschenkt werden, damit nicht unnötig viel Kohlensäure entweicht.
  • Bei Flaschenservice wird die Flasche üblicherweise am Tisch geöffnet.

Erfrischungsgetränke im Überblick

GetränkeartTypische BestandteileBesonderheit
FruchtsaftgetränkFruchtsaft, Wasser, Zucker oder Süßungsmittel, AromenRelativ geringer Fruchtanteil
LimonadeWasser, Süßungsmittel, Aromen, SäuerungsmittelHäufig mit Kohlensäure
Cola-LimonadeWasser, Süßungsmittel, AromenHäufig mit Koffein
Tonic WaterWasser, Süßungsmittel, Chinin, AromenBitterer Geschmack, beliebter Cocktail-Filler
Ginger AleWasser, Süßungsmittel, IngweraromenWürzig-aromatische Limonade
BrauseWasser, Aromen, SüßungsmittelGeschmack häufig durch Aromen geprägt
Isotonisches GetränkWasser, Elektrolyte, häufig KohlenhydrateFür den Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich bei Belastung

Fazit: Erfrischungsgetränke richtig unterscheiden

Erfrischungsgetränke unterscheiden sich vor allem durch ihre Zusammensetzung und den Anteil an Fruchtsaft. Während Fruchtsaftgetränke einen gewissen Fruchtanteil besitzen, wird der Geschmack von Brausen häufig durch Aromen erzeugt. Limonaden bilden eine vielseitige Gruppe, zu der auch Cola, Tonic Water und Ginger Ale gehören.

Merke: Nicht jedes fruchtig schmeckende Getränk enthält tatsächlich viel Frucht. Ein Blick auf die Verkehrsbezeichnung und die Zutatenliste hilft dabei, Fruchtsaftgetränke, Limonaden und Brausen richtig einzuordnen.