Suppen gehören zu den vielseitigsten Gerichten der Gastronomie. Sie können als Vorspeise, Hauptgericht oder – in Form süßer Kaltschalen – sogar als Dessert serviert werden. Je nach Zutaten, Zubereitungsart und Konsistenz unterscheidet man beispielsweise klare Suppen, gebundene Suppen, Püreesuppen, Eintöpfe und Kaltschalen.
In der Küche erfüllen Suppen verschiedene Aufgaben: Sie können den Appetit anregen, wärmen, Flüssigkeit und Nährstoffe liefern und eine Mahlzeit ergänzen oder selbst eine vollständige Mahlzeit darstellen. Für die Menüplanung ist entscheidend, dass die Suppe geschmacklich und mengenmäßig zum restlichen Speisenangebot passt.
Als Vorspeise sollte eine Suppe in der Regel nicht zu schwer oder zu sättigend sein. Eine kräftige, große Kartoffelcremesuppe kann beispielsweise vor einem anschließenden Nudelgericht zu üppig wirken. Auch die Farb- und Geschmackskombinationen innerhalb eines Menüs sollten berücksichtigt werden. Eine dunkle, kräftige Suppe kann beispielsweise vor einem dunklen Fleischgericht mit gehaltvoller Sauce schnell zu einer einseitigen Menüfolge führen.
Suppen können in unterschiedlichen Portionsgrößen angeboten werden:
Die Portionsgröße richtet sich nach Rezeptur, Gefäß und Menüfolge. Eine feste Umrechnung von einem Liter Suppe in eine bestimmte Anzahl von Tellern oder Tassen gibt es deshalb nicht.
Viele warme Suppen basieren auf einer Brühe oder einem Fond. Diese Flüssigkeiten liefern Geschmack und bilden die Grundlage für zahlreiche Suppen, Saucen und andere Gerichte. Nicht jede Suppe benötigt jedoch eine Brühe: Kalte Frucht- und Gemüsesuppen werden beispielsweise häufig direkt aus ihren Zutaten hergestellt.
Die Begriffe Brühe, Bouillon und Fond werden in der Küchenpraxis teilweise unterschiedlich verwendet. Grundsätzlich bezeichnet man damit aromatische Flüssigkeiten, die durch das Auskochen oder Garen von Fleisch, Knochen, Fisch, Gemüse und Gewürzen entstehen.
Eine helle Brühe wird aus Fleisch, Knochen, Geflügel, Fisch oder Gemüse hergestellt. Die Zutaten werden mit kaltem Wasser angesetzt und langsam erhitzt. Durch das langsame Erwärmen können Geschmack und lösliche Bestandteile in die Flüssigkeit übergehen.
Typische Arbeitsschritte sind:
Je nach verwendeten Zutaten entstehen unterschiedliche Grundbrühen:
Die Garzeit hängt von den verwendeten Zutaten ab. Fischfond wird beispielsweise deutlich kürzer gekocht als eine kräftige Brühe aus Rinderknochen.
Ein dunkler Fond, auch Fond Brun genannt, wird aus gerösteten Knochen und Gemüse hergestellt. Durch das Rösten entstehen kräftige Röstaromen und eine dunkle Farbe. Dunkle Fonds eignen sich besonders für kräftige Suppen und Saucen.
Typische Zutaten sind:
Die Knochen werden im Ofen oder in einem geeigneten Topf kräftig angeröstet. Anschließend wird das Gemüse hinzugegeben und ebenfalls angeröstet. Je nach Rezeptur kann Tomatenmark kurz mitgeröstet werden. Danach wird mit Wasser abgelöscht und der Ansatz langsam ausgekocht. Während des Garens werden aufsteigende Trübstoffe entfernt. Zum Schluss wird der Fond passiert und bei Bedarf entfettet.
Grandjus ist eine klassische Küchenbezeichnung für einen kräftigen dunklen Fleisch- beziehungsweise Knochenansatz. Der Begriff wird in der traditionellen Küche nicht immer einheitlich verwendet.
In der Küche begegnen Fachkräften verschiedene Begriffe für aromatische Flüssigkeiten und Konzentrate:
Klare Suppen zeichnen sich durch eine weitgehend klare, aromatische Flüssigkeit aus. Sie werden häufig auf Grundlage einer Brühe oder eines Fonds hergestellt und können mit unterschiedlichen Einlagen serviert werden.
Zu den wichtigsten klaren Suppen gehören:
Eine Bouillon ist eine kräftige, klare Brühe. Sie kann aus Fleisch, Geflügel, Fisch oder Gemüse hergestellt und pur oder mit einer passenden Einlage serviert werden.
Ein Consommé ist eine besonders klare und geschmacksintensive Kraftbrühe. Sie wird durch ein spezielles Klärverfahren hergestellt. Dabei werden häufig mageres, fein zerkleinertes Fleisch, Eiweiß und weitere Zutaten mit der kalten oder abgekühlten Brühe vermischt. Beim langsamen Erhitzen gerinnen die Eiweißbestandteile und bilden eine Klärmasse. Diese bindet Schwebstoffe, die anschließend zusammen mit der Klärmasse entfernt werden.
Die fertige Suppe wird vorsichtig durch ein feines Tuch oder Passiertuch gegeben. Das Ergebnis ist eine klare, aromatische Brühe.
Die genaue Zusammensetzung der Klärmasse und die Mengenverhältnisse richten sich nach Rezeptur und Ausgangsprodukt.
Ein Consommé double ist eine besonders kräftige Variante des Consommés. Die Bezeichnung weist auf eine höhere Konzentration hin. Diese wird je nach Rezeptur durch einen besonders kräftigen Ansatz oder die Verwendung zusätzlicher Fleisch- und Aromastoffe erreicht.
Ein geliertes Consommé wird nach der Herstellung gekühlt, sodass es durch Gelatine oder andere geeignete Geliermittel eine feste oder leicht schnittfähige Konsistenz erhält. Es kann beispielsweise als kalte Vorspeise serviert werden.
Zu den klassischen klaren Suppen zählen unter anderem:
Klare Suppen können mit zahlreichen Einlagen ergänzt werden. Diese sorgen für Abwechslung bei Geschmack, Konsistenz und Aussehen.
Beispiele:
Auch klassische Suppennamen können auf bestimmte Einlagen hinweisen. Eine Suppe nach Dubarry-Art wird beispielsweise häufig mit Blumenkohl in Verbindung gebracht. Eine Geflügelkraftbrühe nach Königin-Art kann mit Geflügelstreifen, Einlagen aus Ei oder Tapioka serviert werden. Eine Wildsuppe nach Jägerart wird oft mit Wildklößchen, Pilzen und gegebenenfalls Madeira ergänzt. Die genaue Ausführung kann je nach Küchenstil und Rezept variieren.
Gebundene Suppen besitzen eine sämige Konsistenz. Sie entsteht durch Zutaten oder Zubereitungstechniken, die die Flüssigkeit verdicken. Dazu zählen beispielsweise Mehlschwitzen, Stärke, pürierte Lebensmittel, Sahne oder Eigelb.
Cremesuppen werden häufig auf Grundlage einer hellen Mehlschwitze und eines passenden Fonds hergestellt. Dazu wird Butter oder ein anderes geeignetes Fett erhitzt und mit Mehl vermischt. Anschließend wird nach und nach Flüssigkeit hinzugegeben und die Suppe unter Rühren gegart.
Je nach Rezeptur werden Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch oder andere Zutaten mitgekocht oder separat vorbereitet. Zum Schluss kann die Suppe mit Sahne, Butter oder einer anderen passenden Zutat verfeinert werden.
Typische Beispiele sind:
Die Begriffe Cremesuppe und Velouté werden in der klassischen Küche teilweise unterschiedlich verwendet. Eine Velouté basiert traditionell auf einer hellen Mehlschwitze und einem hellen Fond. Eine Cremesuppe wird häufig zusätzlich mit Sahne oder einer Eigelb-Sahne-Mischung abgerundet. In der heutigen Gastronomie sind die Begriffe nicht immer streng voneinander abgegrenzt.
Eine weitere Möglichkeit, Suppen zu binden oder zu verfeinern, ist eine Liaison aus Eigelb und Sahne. Dazu wird die Mischung zunächst mit etwas heißer Suppe temperiert und anschließend unter Rühren in die nicht mehr stark kochende Suppe gegeben.
Wichtig ist, dass die Suppe danach nicht mehr sprudelnd kocht. Andernfalls kann das Eigelb gerinnen und die Suppe ausflocken.
Dunkle Suppen können mit dunkler Mehlschwitze, dunklem Fond oder pürierten Zutaten hergestellt werden. Sie besitzen meist einen kräftigen Geschmack und eine dunklere Farbe.
Beispiele sind:
Die genaue Bindung hängt von der jeweiligen Rezeptur ab. Nicht jede dunkle Suppe muss mit einer dunklen Mehlschwitze gebunden werden.
Püreesuppen werden aus gegarten Zutaten hergestellt, die fein püriert werden. Besonders geeignet sind Gemüse, Hülsenfrüchte und Kartoffeln. Die sämige Konsistenz entsteht häufig durch die natürlichen Stärke- und Ballaststoffbestandteile der Zutaten.
Für die Zubereitung werden die Zutaten geputzt, zerkleinert und in Brühe, Fond oder Wasser gegart. Anschließend werden sie fein püriert und bei Bedarf passiert. Je nach Rezeptur können Sahne, Butter, Öl oder Gewürze hinzugegeben werden.
Typische Püreesuppen sind:
Püreesuppen lassen sich gut an saisonale Zutaten anpassen. Sie können vegetarisch oder vegan zubereitet werden, sofern auch Brühe und Garnitur entsprechend ausgewählt werden.
Eintöpfe sind kräftige, gehaltvolle Suppengerichte, bei denen verschiedene Zutaten gemeinsam gegart werden. Häufig enthalten sie Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Fleisch oder Wurst. Sie können aber ebenso vegetarisch oder vegan zubereitet werden.
Im Gegensatz zu vielen klaren Suppen stehen bei einem Eintopf die festen Bestandteile besonders im Vordergrund. Die Flüssigkeit verbindet die Zutaten zu einem vollständigen Gericht.
Bekannte Beispiele sind:
Zu den bekannten regionalen Gerichten zählen außerdem:
Suppen spiegeln häufig die regionalen Lebensmittel, Traditionen und Essgewohnheiten einer Gegend wider. Viele klassische Suppen sind überregional bekannt geworden und werden heute in unterschiedlichen Varianten zubereitet.
Auch Krabben- und Hummersuppen sind in Küstenregionen verbreitet. Sie werden häufig mit Fischfond, Sahne oder anderen aromatischen Zutaten zubereitet.
Frankreich
Italien
Indien
Spanien
In der internationalen Küche gibt es Suppen, die mit ungewöhnlichen oder besonders kostbaren Zutaten hergestellt werden. Dazu zählen beispielsweise:
Bei solchen Produkten sind Herkunft, Artenschutz, Handelsbeschränkungen und eine nachvollziehbare Lieferkette besonders wichtig. Gastronomiebetriebe müssen vor dem Einkauf prüfen, ob die verwendeten Zutaten legal gehandelt werden dürfen und aus verantwortungsvoller Quelle stammen. Haifischflossen sind aufgrund der ökologischen Problematik keine unbedenkliche Menüoption.
Kaltschalen sind kalte Suppen, die besonders in den wärmeren Monaten angeboten werden. Sie können süß oder herzhaft sein. Während süße Kaltschalen häufig aus Früchten, Milch, Wein oder anderen Flüssigkeiten bestehen, werden herzhafte Varianten beispielsweise aus Gemüse hergestellt.
Süße Kaltschalen werden häufig aus Früchten, Fruchtsäften, Milch, Buttermilch, Wein oder anderen geeigneten Flüssigkeiten zubereitet. Je nach Rezeptur werden sie mit Stärke, Grieß, Reis, Sago, Tapioka oder Geliermitteln gebunden.
Typische Zutaten und Aromastoffe sind:
Beispiele für süße Kaltschalen sind Erdbeerkaltschale, Kirschkaltschale, Rhabarberkaltschale und verschiedene Beerensuppen.
Herzhafte kalte Suppen werden häufig aus Gemüse hergestellt. Sie werden püriert oder fein passiert und gut gekühlt serviert.
Ein bekanntes Beispiel ist Gazpacho. Auch kalte Gurkensuppe oder kalte Tomatensuppe sind verbreitete Varianten.
In der traditionellen Küche gab es außerdem Kaltschalen auf Bier- oder Weinbasis. Eine historische Biersuppe konnte beispielsweise mit geriebenem Brot, Zitronenschale, Rosinen oder Backpflaumen zubereitet werden. Solche Rezepturen zeigen, wie vielfältig die klassische Suppenküche war.
Suppeneinlagen ergänzen eine Suppe geschmacklich und sorgen für unterschiedliche Konsistenzen. Sie können die Suppe gehaltvoller machen oder ihr eine besondere Optik verleihen.
Zu den klassischen Einlagen gehören:
Die Einlage sollte zur Suppe passen und möglichst kurz vor dem Servieren hinzugegeben werden, damit sie ihre gewünschte Konsistenz behält. Knusprige Croutons werden beispielsweise am besten separat oder unmittelbar vor dem Servieren auf die Suppe gegeben.
Beim Servieren kommt es nicht nur auf Geschmack und Optik an, sondern auch auf die richtige Temperatur, das passende Geschirr und einen hygienischen Umgang.
Wichtige Punkte beim Suppenservice:
Suppen lassen sich nach ihrer Konsistenz, Zubereitungsart und Verwendung unterscheiden. Die wichtigsten Gruppen sind:
| Suppenart | Typische Merkmale | Beispiele |
|---|---|---|
| Klare Suppen | Klare Brühe oder Kraftbrühe, häufig mit Einlage | Bouillon, Consommé, Ochsenschwanzsuppe |
| Gebundene Suppen | Sämige Konsistenz durch Bindemittel oder Zutaten | Spargelcremesuppe, Velouté |
| Püreesuppen | Gegarte Zutaten werden fein püriert | Kartoffel-, Erbsen- oder Kürbissuppe |
| Eintöpfe | Gehaltvolle Gerichte mit größeren festen Bestandteilen | Linsen-, Bohnen- oder Pichelsteiner Eintopf |
| Kaltschalen | Gekühlte, süße oder herzhafte Suppen | Beerensuppe, Gazpacho |
Merke: Eine gute Suppe beginnt mit passenden Zutaten und einer sorgfältigen Zubereitung. Entscheidend sind eine ausgewogene Würzung, die richtige Konsistenz, eine passende Einlage und eine fachgerechte Präsentation. In der Menüplanung sollte die Suppe außerdem auf die folgenden Gänge abgestimmt sein.